Sport : Abgeklärte, junge Defensive Deutsche Verteidigung hat alles im Griff

Stefan Hermanns

Leipzig – Robert Huth hat in der vergangenen Saison gemerkt, wie er immer besser wurde. Mit jedem Einsatz in der Premier League fühlte der junge deutsche Abwehrspieler sich sicherer, vor allem, wenn er mehrere Spiele am Stück bestreiten durfte. In dieser Saison sieht es für Huth in seinem Verein, beim FC Chelsea in London, nicht ganz so gut aus. Huth hat häufiger für die Nationalmannschaft gespielt als für seinen Klub. Gestern gegen Kamerun kam der 20-Jährige im vierten Spiel der Ära Klinsmann zum vierten Mal zum Einsatz. Für Chelsea durfte er in dieser Saison erst dreimal spielen.

Learning by doing könnte man das Programm nennen, mit dem Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Weiterbildung seiner jugendlichen Abwehrspieler verfolgt. Gegen Kamerun bildete Huth mit dem gleichaltrigen Per Mertesacker von Hannover 96 die Innenverteidigung. Gemeinsam bringen sie es auf die Erfahrung von sechs Länderspielen. Dass Klinsmann in Leipzig nicht die vermutlich jüngste Abwehrformation der 96-jährigen Länderspielgeschichte des DFB aufs Feld schickte, lag allein daran, dass Bernd Schneider von Bayer Leverkusen an seinem 31. Geburtstag auf der rechten Seite verteidigen durfte. Moritz Volz galt als erster Anwärter auf diesen Job. Der 21-Jährige vom FC Fulham kam aber nicht zu seinem erhofften Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Trotz fehlender Erfahrung wirkte die deutsche Defensive abgeklärt. Vor allem Mertesacker überzeugte durch Übersicht, kluges Stellungsspiel und entschlossenes Zweikampfverhalten. Huth wiederum leitete in der zweiten Halbzeit die erste gute Chance der Deutschen ein. Im Mittelfeld gewann er einen Zweikampf, und noch im Fallen leitete er den Ball weiter zu Gerald Asamoah, der dann aber an Kameruns Torhüter Kameni scheiterte.

Den jungen Deutschen wurde die Arbeit aber auch dadurch erleichtert, dass die Afrikaner weitgehend nur mit einer echten Spitze, Joseph Desire Job vom FC Middlesbrough, spielten. Samuel Eto’o blieb fast während der gesamten Spielzeit an der linken Außenlinie und war mehr Mittelfeldspieler als Stürmer. Außerdem hatte er es dort mit Schneider zu tun, dem einzigen Routinier in der deutschen Abwehr.

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