Sport : Ablenkung erwünscht

SCC-Volleyballer spielen in Berlin gegen Rzeszow

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Berlin - Ist er wieder fit? Richtig fit? So fit, dass er von Anfang an spielen kann, nicht bloß erst vom dritten Satz an wie noch vor einer Woche? Davon hängt vieles ab. „Wenn Georg Grozer richtig fit ist, dann ist er für jede Mannschaft dieser Welt eine Verstärkung“, sagt Mark Lebedew. Und wenn Grozer heute Abend fit ist, richtig fit, dann bekommt der Volleyball-Bundesligist SC Charlottenburg, Lebedews Mannschaft, vermutlich mehr Probleme als ihm lieb sein kann. Diagonalangreifer Grozer ist einer der Stars von Resovia Rzeszow, dem polnischen Spitzenverein, der heute (19.30 Uhr, Sömmeringhalle) im Achtelfinal-Rückspiel des CEV-Cups auf den SCC trifft.

Das Hinspiel hat Rzeszow knapp 3:2 gewonnen, ein klarer Sieg im Gegenzug nützte dem SCC allerdings nichts. Selbst wenn der SCC 3:0 gewinnen sollte, kommt’s zum „Golden Set“, einem Art „Super-Tie-Break“ (Lebedew). Erst wer den gewinnt, zieht ins Viertelfinale ein.

Am Sonntag ist der SCC unerwartet klar im deutschen Pokal an Generali Haching gescheitert, damit stellt sich nun die Frage: Erhält der CEV-Cup plötzlich größere Bedeutung für den SCC? Als Ersatz für den nationalen Pokal? Immerhin hatte SCC-Manager Kaweh Niroomand einen Platz im Pokalfinale als ein Saisonziel ausgegeben. Aber der Europapokal kann trotzdem nicht gleichwertiger Ersatz sein, das stellt Niroomand klar. „Wir wollen im CEV-Cup so weit wie möglich kommen, aber einen Platz im Finale anzupeilen, wäre vermessen.“

Finanziell ist der CEV-Pokal auch nicht lukrativ, für den Manager hat er mehr eine sportliche Bedeutung. „Ich möchte, dass die Mannschaft so lange wie möglich gegen starke Gegner spielt und dass sie sich weiter entwickelt.“ Für ihn wäre der Einzug ins Viertelfinale eine „Überraschung“. Das mag taktisches Understatement sein, das kann auch die Wahrheit sein, egal. Wichtig ist für Niroomand vor allem die psychologische Bedeutung eines Viertelfinal-Einzugs. „Dann würde man nicht mehr so viel über das Aus im Pokal reden.“ Frank Bachner

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