Sport : Abpfiff für Rassisten

Hellmut Krug

Aachener Tivoli, zweite Halbzeit im Spiel der Alemannia gegen Mönchengladbach. Schiedsrichter Michael Weiner fordert den Stadionsprecher zu einer Durchsage auf, weil Aachener Fans den Gladbacher Kahé rassistisch beleidigt haben. Den Fans werden über Lautsprecher Konsequenzen angedroht. Man werde das Spiel unterbrechen, falls die Schmähungen nicht aufhören. Gehen die Schiedsrichter jetzt systematisch gegen Rassisten im Stadion vor, Herr Krug?

Ja, wir werden rigoros durchgreifen. Volker Roth, der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des DFB, hat die Schiedsrichter in dieser Woche angewiesen, gegen rassistische Beleidigungen vorzugehen. Wenn ein Schiedsrichter so etwas mitbekommt, soll er zunächst den Stadionsprecher zu einer Durchsage veranlassen. Die Fans werden dann darauf hingewiesen, dass ihr Verhalten dazu führen kann, dass das Spiel unterbrochen wird. In Aachen hat Michael Weiner genau das gemacht. Wenn die Durchsage nichts bewirkt, werden die Schiedsrichter konsequent Spiele unterbrechen. Die Spieler gehen dann zunächst für fünf Minuten in ihre Kabinen – auch um den Ordnungskräften im Stadion Zeit zu geben, gegen die Störenfriede vorzugehen. Es ist unfassbar, dass es in unseren Stadien immer noch zu solchen Zwischenfällen kommt, diese unsäglichen Affenlaute oder die „Asylanten“-Rufe wie jetzt in Aachen. Die Verantwortung, solche Auswüchse zu verhindern, liegt zunächst beim gastgebenden Klub. Kommen die Rufe aber eindeutig von den Gästefans, so können auch gegen deren Verein Strafen verhängt werden. Der Schiedsrichter hält die Zwischenfälle in seinem Spielbericht fest, dann befasst sich das Sportgericht damit. Zunächst ist eine Geldstrafe, aber auch schon ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgesehen. In Wiederholungsfällen kann es bis zum Zwangsabstieg gehen.

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