Sport : Abschied aus Schalke

Trainer Rangnick verlässt den Klub zum Saisonende

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Zu Hause gefühlt hat sich Ralf Rangnick in Gelsenkirchen nie richtig, auch wenn Schalke „der tollste Klub“ sei, bei dem er bisher gearbeitet habe. Einen Tag vor dem Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 gab der Fußballtrainer bekannt, dass er den Verein zum Saisonende verlassen wolle. „Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern. Ich habe keine andere Wahl, als mich so zu entscheiden“, sagte er.

Grund für Rangnicks Entscheidung ist das aus seiner Sicht nicht angemessene öffentliche Auftreten der Schalker Verantwortlichen: „Es ist nicht gelungen, Dinge, die nicht in die Öffentlichkeit gehören, innerhalb des Vereins zu belassen.“ Jüngstes Beispiel sei die Diskussion über eine mögliche Vertragsverlängerung, „das war das Tüpfelchen auf dem i“. Eine Boulevardzeitung, die gute Kontakte zu Manager Rudi Assauer unterhält, hatte berichtet, der Klub werde Rangnicks Vertrag nicht verlängern. Die für die Winterpause angekündigten Verhandlungen würden zu einer Art Abschiedsgespräch. Rangnick sah sich offenbar gezwungen, die Trennung selbst bekannt zu geben und Schalkes Absage zuvorzukommen. „Ich habe keinen Bock mehr auf diese politischen Possenspiele, ich bin es leid“, sagte er.

Der Name Assauer fiel nicht – dennoch dürfte letztlich der Konflikt mit dem Manager zum Ende der Zusammenarbeit führen. In ihrer Mentalität völlig unterschiedlich, haben die beiden wichtigsten Männer im Klub nie zueinander gefunden. Assauer behauptete zwar, ihre Vorstellungen über Fußball seien nahezu deckungsgleich, begrüßte den neuen Trainer bei der Vorstellung im September 2004 jedoch als „Rolf Rangnick“. Rangnick beschwerte sich, meist verklausuliert, über die Kritik, die der Manager mal subtil, mal unverblümt äußerte. Zuletzt hatte Assauer gesagt, ob der künftige Trainer Müller, Meier oder Schulze heiße, werde sich zeigen. Assauer sagte gestern, die Trennung so nicht gewollt zu haben. „Damit hat niemand gerechnet. Alle Versuche, Ralf zu überreden und die sportliche Entwicklung abzuwarten, sind gescheitert.“

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