Sport : Abschied in Tristesse - Wolfsburg unterliegt schwachen Spaniern vor leeren Rängen

Beim VfL Wolfsburg hielt sich die Enttäuschung über das Ausscheiden im Uefa-Cup-Wettbewerb bei Atletico Madrid in Grenzen. Viel schmerzlicher war die Ignoranz der Spanier bei ihrem Abgang von der internationalen Fußballbühne. "Das war schlichtweg niederschmetternd", lautete der Tenor nach dem 1:2 gegen den Tabellenfünfzehnten der Primera Division in der Wolfsburger Führungsetage. Nach dem 2:3 im Hinspiel hatte sich der Bundesliga- Dreizehnte ohnehin nicht mehr viel ausgerechnet.

Nur 3000 Zuschauer wollten im 56 000 Besucher fassenden imposanten "Estadio Vicente Calderon" den VfL Wolfsburg sehen. Dies war die geringste Kulisse in der Geschichte der vor 33 Jahren eingeweihten Arena. "Das menschenleere Stadion war für mich die größte Enttäuschung", klagte VfL-Mittelfeldspieler Patrick Weiser. Er fügte hinzu: "Anscheinend wussten die Spanier nicht, wo Wolfsburg liegt."

Dem VfL blieb die schmerzliche Einsicht: Dieser Gegner war zu packen. "Ich bin enttäuscht. Wenn wir so gespielt hätten wie in der vorigen Runde, stünden wir jetzt im Achtelfinale. Entscheidend für unser Ausscheiden war die unnötige Heimniederlage", meinte Trainer Wolfgang Wolf. Die Wolfsburger waren über weite Strecken des Spiels die überlegene Mannschaft. Allerdings tat Atletico nicht mehr als unbedingt nötig. Die Spanier machten nach dem schnellen Tor zum 1:0 durch Jimmy Hasselbaink (4.) nur noch Dienst nach Vorschrift.

Der VfL Wolfsburg hatte mehr als eine halbe Stunde gebraucht, um sich vom Schock des frühen Rückstandes zu erholen. Das 1:1 war ein "Geschenk" des Atletico-Torwarts Jose Francisco Molina, der den eingewechselten Christian Wück ohne Grund im Strafraum umgesäbelt hatte. "Anscheinend war der Keeper eingeschlafen und hatte sich beim Aufwachen erschreckt", mutmaßte am Freitag die Zeitung "ABC". Den fälligen Elfmeter verwandelte Charles Akonnor (56.), Wolfsburgs auffälligster Spieler. Fernando Correa (86.) erzielte den Siegtreffer für die Spanier. Atleticos Präsident Jesus Gil y Gil hatte sich auf der Tribüne fast schwarz über die schwache Vorstellung seiner Mannschaft geärgert und schimpfte nach der Partie wie ein Rohrspatz: "Ich habe noch nie ein so langweiliges Spiel gesehen. Die Zuschauer waren für mich Märtyrer."

Die Wolfsburger flogen erhobenen Hauptes in die Heimat zurück. "Die drei Runden im Uefa-Pokal waren ein Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte", zog VfL-Manager Peter Pander am Freitag vor dem um mehr als eine Stunde verzögerten Rückflug eine positive Bilanz. "Der Club gewann international an Ansehen. Außerdem trug der Uefa-Cup dazu bei, dass unser Etat gedeckt ist."

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