Sport : Abschied ohne Sieg

Beim 1:1 gegen Bielefeld überzeugen im Ostseestadion nur die Rostocker Fans

Kerstin Hebeler

Rostock - Lautstark forderten die Anhänger von Hansa Rostock im Spiel gegen Arminia Bielefeld immer wieder: „Freibier für alle. Wir wollen Freibier für alle.“ Ganz so, als könnten sie nach dem letzten Heimspiel eine erfolgreiche Saison begießen. Dass es am Samstag im Ostseestadion aber nichts zu feiern gab, sah man Hansa-Chef Manfred Wimmer an. Um Fassung ringend stand er nach dem Spiel im Kabinengang und ließ seine Blicke über das leere Spielfeld wandern. „Das ist ein ganz, ganz bitterer Moment“, sagte er. „Auch, wenn schon seit einer Woche alles klar war.“

Mit dem 1:1 gegen Bielefeld hat sich Rostock nach zehn Jahren vor heimischem Publikum aus der Bundesliga verabschiedet. „Die Stimmung ist nicht gut. In der Kabine wurde nicht viel gesprochen“, berichtete Hansas Thomas Rasmussen. In der 27. Minute hatte er per Elfmeter den 1:1-Ausgleich erzielt. Erst kurz zuvor, in der 20. Minute, war Arminia durch Marco Küntzel überraschend in Führung gegangen. „Mit dem Unentschieden können wir absolut zufrieden sein“, sagte Küntzel hinterher.

In der Tat war das Remis für die Gäste schmeichelhaft. Besonders in der ersten Hälfte waren die Rostocker klar überlegen. Doch trotz einiger Möglichkeiten kamen sie erst durch einen fragwürdigen Elfmeter zum Ausgleich. Bielefeld fand erst nach der Pause besser ins Spiel, konnte aber zu keiner Zeit überzeugen.

Aber auch der Rostocker Trainer Jörg Berger haderte: „Wir lassen zu viele Chancen ungenutzt. Was wir heute hier gesehen haben, war das Spiegelbild der Saison.“ Beeindruckt war er jedoch davon, wie die Fans ihre Mannschaft aus der Bundesliga verabschiedeten. „Da habe ich schon ganz andere Dinge erlebt“, sagte Berger, der Hansa auch in der nächsten Saison trainieren wird. Dass das kein leichtes Unterfangen wird, weiß er aus seiner Zeit in Aachen. „Spielerisch allein kann man sich in der Zweiten Liga nicht durchsetzen. Es wird ein ganz schwerer Weg nach oben.“

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