Sport : Abschied von den Capitals

Der Eishockey-Klub ist insolvent – geplant ist eine Neugründung

Ingo Schmidt-Thychsen

Berlin. Es ist wieder einmal so weit. Die Berlin Capitals sind insolvent, zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren. Deshalb soll es beim Eishockey-Oberligisten dieses Mal einen anderen Neuanfang geben als beim letzten Mal, als die Capitals aus der Deutschen Eishockey-Liga ausschieden. Ein richtiger Neuanfang soll es diesmal sein, als ein anderer Verein.

Am Mittwoch beantragte der Vorstand der Capitals die Insolvenz. Unabhängig davon versammelten sich am selben Tag 130 der 300 Mitglieder des Vereins im Horst-Korber-Sportzentrum. Konzepte zur Rettung der Nachwuchsmannschaften des Klubs wurden vorgestellt. Die meisten Nachwuchsmannschaften der Capitals spielen in der jeweils höchsten Liga. Da viele Vereinsmitglieder schon länger geahnt hatten, dass der Klub nicht überleben würde, waren ihre Konzepte bereits gut ausgearbeitet. Der ehemalige Jugendwart der Capitals, Thomas Werner, stellte die Idee vor, die sich letztlich auch durchsetzte: Es wird ein neuer Verein gegründet.

Über den Namen des Klubs herrscht allerdings noch Unklarheit. Der Name „EC Preussen“ ist im Gespräch. Und auch sonst ist noch längst nicht alles klar. 75 Prozent der Spieler aus den Nachwuchsmannschaften der Capitals müssen dem neuen Verein beitreten, damit der Spielbetrieb in derselben Klasse wie zuvor aufgenommen werden kann. Außerdem muss eine Reihe von bürokratischen Vorgängen bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. Dann nämlich ist Meldefrist für neue Vereine beim Berliner-Eishockey-Verband (BEV). Für den Spielbetrieb müsste der neue Klub seine Teams allerdings schon vor dem 30. Juni anmelden.

Ein Verein ohne Punktspiele? „Die Zeit drängt, aber der BEV hat Bereitschaft signalisiert, uns entgegenzukommen“, sagt Thomas Werner. Er ist vorläufiger Vorstandsvorsitzender des neuen Vereins. Bei einer Mitgliederversammlung am 17. Mai soll ein Vorstand gewählt werden. Dieser soll nichts mehr mit dem der Capitals zu tun haben. Zu viele Unstimmigkeiten und Machtkämpfe hatte es in der vergangenen Saison gegeben. Vor allem zu viele Schulden: Um 350 000 Euro muss sich der Insolvenzverwalter kümmern.

Wie es mit der Profimannschaft weitergehen soll, weiß keiner so recht. „Das steht noch in den Sternen“, sagt Lorenz Funk, Präsident der Capitals. Funk sagte auch: „Ich hoffe, dass die das jetzt richtig machen, dass sich da etwas Gesundes entwickelt.“

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