Sport : Abschied von den Champions

Für den HSV endet gegen Moskau der Europapokal

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Hamburg - Der Name Sasan Gouhari ist in der großen Fußballwelt noch nicht unbedingt geläufig. Der Bursche ist gerade mal 21 Jahre alt, er kam vor eineinhalb Jahren von den Reinickendorfer Füchsen nach Hamburg. Beim HSV stand er jetzt dicht davor, zumindest in begrenztem Umfang Berühmtheit zu erlangen. In der Champions League sollte Gouhari heute Abend auflaufen, im Heimspiel gegen ZSKA Moskau (20.45 Uhr, live auf Premiere) die Position des linken Außenverteidigers übernehmen. Doch Trainer Thomas Doll muss umdenken. Es hat sich schnell herausgestellt, dass Gouhari, sonst in der Regionalligamannschaft des HSV am Ball, für den Europapokal gar nicht spielberechtigt ist. Nun verteidigt Volker Schmidt beim HSV, auch kein Bekannter, auch einer aus der Dritten Liga.

Die Besetzung der Verteidigerstelle offenbart das ganze Dilemma des HSV: Aktuell fallen acht Profis verletzt aus, von A wie Atouba bis W wie Wicky. Doll fehlen vor allem Alternativen für die linke defensive Seite. Letztlich wird der HSV aber auch erleichtert sein, dass für ihn mit dem Spiel gegen Moskau die Champions League endet. Für ihre konfusen Leistungen sind die Hamburger in ihrer Gruppe bisher mit fünf Niederlagen (bei 4:13 Toren) abgestraft worden. Erst fünf Vereinen ist bisher das Malheur passiert, ohne jeden Punktgewinn die Gruppenphase der Champions League abzuschließen: Spartak Moskau, RSC Anderlecht, Rapid Wien, dem FC Kosice und Fenerbahce Istanbul.

Da die Hamburger in 23 Pflichtspielen in dieser Saison ohnehin lediglich einen Sieg schafften, scheint auch die Zeit von Thomas Doll als HSV-Trainer abzulaufen. Bernd Hoffmann, der Vorstandsvorsitzende, bleibt zwar dabei: „Bis Weihnachten ziehen wir das durch“, lautet seine Ansage. Es gibt aber schon Unmutsäußerungen aus dem Aufsichtsrat. Nach dem letzten Hinrundenspiel am 16. Dezember in Aachen soll schonungslos Bilanz gezogen werden, personelle Veränderungen nicht ausgeschlossen.

ZSKA Moskau kommt als neuer Landesmeister nach Hamburg. Erst vor zehn Tagen hat das Team von Trainer Waleri Gassajew die russische Meisterschaft vor dem punktgleichen Rivalen Spartak Moskau gewonnen. Der Uefa-Cup-Sieger von 2005 muss in Hamburg gewinnen, will er erstmals in seiner Geschichte ins Achtelfinale der Champions League einziehen. Sollten sich in der Gruppe G der FC Porto und der FC Arsenal (je zehn Punkte) allerdings Unentschieden trennen, nützt den Russen auch kein Sieg. Dann müssten sie in den Uefa-Cup. Tsp/dpa

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