• Abschied von der Champions League: Werder Bremen stehen schmerzvolle Einschnitte bevor

Sport : Abschied von der Champions League: Werder Bremen stehen schmerzvolle Einschnitte bevor

Frank Hellmann

Bremen - Klaus Allofs sprach die schmerzhafte Wahrheit aus. „Wer in zwei Spielen keinen Sieg gegen Famagusta einfahren kann, der ist einfach nicht gut genug“, sagte der Sportchef von Werder Bremen. Ein paar Minuten zuvor war sein Klub durch ein 2:2 in einem provinziellen Stadion in Nikosia bei dem heimatlosen zyprischen Neuling Anorthosis Famagusta aus der Champions League ausgeschieden. Dreimal in Folge ist der ambitionierte Klub nun am avisierten Achtelfinaleinzug gescheitert – erstmals ist auch der dritte Tabellenplatz und damit das Weiterspielen im Uefa-Cup in Gefahr, wenn am 9. Dezember im Weserstadion nicht gegen Inter Mailand gewonnen wird.

Bei der Ursachenforschung wird Trainer Thomas Schaaf offiziell nicht infrage gestellt. Doch andere Konsequenzen kündigen sich an, weil Werder nicht mehr davon ausgehen kann, nach fünf fetten Jahren auch künftig von der Geldvermehrungsmaschinerie Champions League zu profitieren. Beinahe manisch wies Allofs noch in der Nacht darauf hin, dass man alles daran setzen solle, noch den dritten Gruppenplatz zu erreichen, weil man auch im Uefa-Cup Geld verdienen könne. Im Rekordetat von 112 Millionen Euro kündigen sich Einschnitte an, „ein Jahr können wir das auffangen, aber nicht dauerhaft“, sagte Allofs. Er gesteht rückblickend selbst Fehler in der Personalpolitik ein. „Wir hatten vor der Saison den Eindruck, dass wir mit diesem Kader gut gerüstet sind. Da müssen wir mit Blick auf unsere finanzielle Situation vielleicht einiges neu bewerten.“ Also sei ein Wendepunkt erreicht. Vielleicht wägen auch Stars wie Diego oder Claudio Pizarro zum Saisonende erneut ab.

Schaaf und Allofs werden viel Arbeit haben, kurzfristig (Samstag gegen Frankfurt gewinnen), mittelfristig (bis zur Winterpause in der Bundesliga aufholen) und langfristig (wieder in die Champions League kommen). Letzteres ist das erklärte Ziel. Doch Allofs schwant schon: „Das wird ein weiter Weg.“ Frank Hellmann

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