Abschied von Wolfsburg : Magath wird Trainer, Manager und Vorstand auf Schalke

Felix Magath wechselt zum Saisonende von Wolfsburg nach Schalke. Dort wird er Trainer, Manager und Vorstand in Personalunion. Laut Schalkes Aufsichtsrats-Chef Tönnies werde Magath den Traditionsverein "nachhaltig auf Erfolgskurs bringen".

Markus Hesselmann
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Auf Wiedersehen. Felix Magath wechselt von Wolfsburg nach Schalke.Foto: dpa

"Er ist die erstklassige Lösung, die wir angekündigt haben", sagte Clemens Tönnies über Felix Magath. "Ich habe ihn emotional aufgeladen." Die Besonderheit eines Traditionsclubs habe schließlich den Ausschlag für Schalke und gegen Wolfsburg gegeben.

Bis Saisonende bleibt Felix Magath allerdings noch in Wolfsburg. Auf Schalke betreuen nach der Entlassung des Holländers Fred Rutten bis dahin Michael Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck als nominell gleichberechtigtes Triumvirat das Team.

Manager Müller war wie Trainer Rutten nach einem enttäuschenden Saisonverlauf entlassen worden. Auch dessen vakanter Posten fällt nun Magath zu. In der Bundesliga-Tabelle steht Schalke derzeit auf Platz sieben. Magath soll den Club, der 1958 zuletzt Deutscher Meister war und seitdem meist unter seinen Möglichkeiten blieb, zurück an die Spitze führen und vor allem dort dann auch halten.

Der Etat der Schalker Lizenzspieler-Abteilung soll allerdings um acht bis zehn Millionen Euro reduziert werden. Für Tönnies liegt da kein Widerspruch. „Wir wissen, dass zunächst eine schwere Zeit auf uns zukommen könnte", sagte der Aufsichtsrats-Chef. "Deshalb gehen wir nicht davon aus, unsere sportlichen Ziele sofort bis nach oben drehen zu können.“

Tönnies kündigte eine "weitere Verbesserung der Nachwuchsarbeit" an. "Wir geben der gesamten Truppe ausreichend Zeit", sagte er. "Ich glaube, wir haben eine gute Zukunft.“

Wie der FC Schalke 04 weiter mitteilte, erhält der 55-jährige Magath einen Vierjahresvertrag "ohne jede Einschränkungen bis zum 30. Juni 2013". Das heißt, es gibt keinerlei Ausstiegsklausel.

Wochenlange Gespräche in Wolfsburg

Wolfsburg ist derzeit Tabellenführer der Bundesliga. „Wir haben die uns gesteckten sportlichen Ziele wesentlich schneller erreicht, als wir es gemeinschaftlich im Sommer 2007 bei meinem Amtsantritt formuliert haben“, sagte Felix Magath. "Die Mannschaft ist jung, weiterhin entwicklungsfähig und perspektivisch an den Club gebunden."
 
Hans Dieter Pötsch, Wolfsburgs Aufsichtsratsvorsitzender, sagte: "Wir sind Herrn Magath für die in den vergangenen zwei Jahren eingeleitete Entwicklung schon zum jetzigen Zeitpunkt, vier Spieltage vor Saisonende, zu großem Dank verpflichtet." Magath habe "innerhalb sehr kurzer Zeit außerordentlichen sportlichen Erfolg mit dem VfL realisiert. Für seine weitere Trainer-Karriere wünschen wir ihm alles Gute.“ Die Trennung sei "das Ergebnis von Gesprächen zwischen dem Aufsichtsrat des VfL und Felix Magath in den letzten Wochen".

Spekulationen über Nachfolge: von Rangnick bis Rijkaard - oder am Ende Daum?

In Wolfsburger Zeitungen wird derweil fleißig über Magaths Nachfolge spekuliert. Es werden Namen wie Armin Veh (zuletzt VfB Stuttgart) und Mirko Slomka (zuletzt Schalke 04) als genannt. Auf der Kandidaten-Liste sollen auch der frühere Barca-Coach Frank Rijkaard sowie Hoffenheims Ralf Rangnick stehen. Rangnick hat sich allerdings nach einem Streit über Verstärkungen gerade wieder mit seinem Arbeitgeber und vor allem mit Mäzen Dietmar Hopp versöhnt. Der "Kölner Express" nennt FC-Trainer Christoph Daum als Kandidaten.

Magath nun wieder mit Kuranyi vereint

Magath trainierte den VfL Wolfsburg seit 2007. Zuvor war er beim FC Bayern München, dem er in der jetzt laufenden Saison die Meisterschaft streitig machen will, entlassen worden. Weitere Trainerstationen Magaths waren unter anderem der Hamburger SV, Werder Bremen und zwischen 2001 und 2004 der VfB Stuttgart, wo er eine junge, erfolgshungrige Mannschaft aufbaute und in die Champions League führte. Unter anderem arbeitete Magath in Stuttgart auch erfolgreich mit Kevin Kuranyi zusammen, dessen Verbleib bei Schalke 04 nun durch die Verpflichtung des neuen Trainers wohl wahrscheinlicher wird.

Als Spieler feierte Felix Magath seine größten Erfolge mit dem Hamburger SV, für den er von 1976 bis 1986 aktiv war. Beim Finale im Europapokal der Landesmeister 1983 in Athen erzielte er den Treffer zum 1:0-Sieg des HSV gegen Juventus Turin. Schon im Finale um den Europapokal der Pokalsieger hatte Magath 1977 das Tor zum 2:0-Endstand gegen den RSC Anderlecht geschossen. Außerdem wurde Magath mit dem HSV dreimal Deutscher Meister. Bei der EM 1980 stand er im Kader des Europameisters Deutschland.

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