Abschiedsspiel : Sven Felski geht vom Eis

Eisbären müssen nie weinen, heißt es in einem frühen Neue-Deutsche-Welle-Hit. Doch Ex-Eishockeyspieler Sven Felski hat bei seinem Abschiedsspiel im heimischen Wellblechpalast "schon eine Träne" verdrückt.

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Ein Mann für alle "Felle": Sven Felski lässt mit Eiskunstläuferin Peggy Schwarz bei seinem Abschiedsspiel das Eis schmelzen.
Ein Mann für alle "Felle": Sven Felski lässt mit Eiskunstläuferin Peggy Schwarz bei seinem Abschiedsspiel das Eis schmelzen.Foto: dpa

Mitunter verschwand das Eishockeyspiel im übervollen und stickig warmen Wellblechpalast zwar im Nebel, aber das war am Samstagabend Nebensache für 5.000 Anhänger der Eisbären. Sven Felski hat mit 38 Jahren Abschied genommen von seiner aktiven Karriere. Genau genommen von einer Laufbahn als Eishockeyprofi, die schon vor 16 Monaten endete: Im April 2012 mit Felskis sechstem deutschen Meistertitel mit den Eisbären. Aber ein Sven Felski hat natürlich ein Abschiedsspiel verdient.

 Nur der Kölner Mirko Lüdemann – auch er stand am Samstag im Sportforum Hohenschönhausen auf dem Eis - hat in der ersten deutschen Spielklasse mehr Spiele für ein und denselben Klub absolviert. Exakt 1.000 Pflichtspiele in Bundesliga und DEL hat Felski für die Eisbären gespielt. Und wären es nicht die Eisbären, dann ließe sich sicher sagen, dass der Rekord des Jungen aus dem Bezirk Hohenschönhausen ein Klubrekord für die Ewigkeit ist – aber bei den Eisbären gibt es ja ein paar Kandidaten für einen neuen Rekord wie Kapitän André Rankel, die nun trotz jungen Jahren auch schon ein Jahrzehnt professionell für die Berliner spielen.

 Der bunte Abend um das Spiel einer Eisbären-Allstar-Auswahl gegen ein Allstarteam der Nationalmannschaft bot dann allerlei für die begeisterten Fans. Eine lustige Raufeinlage etwa, bei der Boxprofi Artur Abraham aufs Eis hüpfte und seinen Freund Felski - natürlich erfolgreich - unterstützen durfte. Und eine weniger rustikale Paarlaufeinlage des als Jungen vom Eiskunstlauf zum Eishockey gekommen Hauptdarsteller mit der ehemaligen Berliner Eiskunstläuferin Peggy Schwarz und das Laufduell zwischen Felski Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die sich „als erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten“ vorstellte und den Mann mit der Nummer elf  als den „größten Eisbär aller Zeiten“ würdigte. Selbstverständlich durfte der Ex-Nationalspieler das Laufduell gegen Klubmitglied Pechstein gewinnen und im Spielchen, an dem viele ehemalige Berliner Profis wie Mark Jooris, Kelly Fairchild, Leif Carlsson und der heutige Manager Peter John Lee teilnahmen auch kräftig Tore schießen – für beide Seiten.  30 Minuten lang spielt er zunächst in der deutschen Auswahl, für die immerhin Nationalmannschaftskapitän Christian Ehrhoff neben Marco Sturm und Marcel Goc auf dem Eis stand.

Bei der schlagschussfreien Gaudi, die sich selbstredend kein ernsthaftes Spielergebnis verdienen wollte, verletzte sich niemand. Nach dem Spiel gab es minutenlange Sprechchöre für Felski. Zudem Grußworte auf der Videowand vom ehemaligen Eisbären-Manager Lorenz Funk, Toten Hosen-Sänger Campino, Diskuswerfer Rober Harting und anderen. Der Gefeierte bedankte sich ausgiebig bei seinen Fans und sagte: „Das war unglaublich, ein Riesenabend“. Zudem offenbarte Felski, dass er nach dem Spiel „schon eine Träne“ verdrücken werde. Das durfte er auch. Andere Spieler haben als Highlights am Ende einer Karriere vielleicht schöne Tore und Titel als Erinnerung, bei Felski ist es mehr, ist es Klubtreue auf hohem Niveau: Er war in zwei Jahrzehnten bei den Eisbären nicht wegzudenken. Trotz Offerten anderer Klubs hat es ihn nie weggezogen von seinem Klub, dem er ja künftig erhalten bleiben wird – ob nun als Trainer oder in anderer Funktion.

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