Sport : Abseits auf der Torlinie

Hellmut Krug

FC Bayern gegen 1. FC Köln, es läuft die 12. Minute: Eine Flanke des Kölners Lukas Podolski wird am hinteren Pfosten von Matthias Scherz aufs Bayern-Tor geköpft. Markus Feulner drückt, auf – oder hinter? – der Torlinie stehend, den Ball ins Netz. Schiedsrichter Jochen Drees entscheidet auf Tor: 1:0 für Köln. Abseits oder nicht, Herr Krug?

Es lag in diesem Fall eine strafbare Abseitsstellung vor. Für den Schiedsrichterassistenten war die Situation schwer zu beurteilen, da ihm durch Scherz und Lahm die Sicht versperrt war. Der Kölner Feulner hat in dem Moment, als er den Ball spielte, ins Spiel eingegriffen. Feulner stand zwar mit dem Körper hinter der Torlinie, aber entscheidend ist, dass er den Ball noch vor Überschreiten der Torlinie und innerhalb des Spielfeldes berührte. Wäre der Ball ohne Feulners Berührung ins Tor gegangen, was bei dem Kopfball von Scherz meines Erachtens durchaus möglich war, wäre die Abseitsstellung nicht strafbar gewesen, da Feulner bei seiner Aktion einen Gegenspieler weder irritierte noch behinderte. In der letzten Saison hätten wir allein aufgrund der Position des Angreifers von einer strafbaren Abseitsposition gesprochen. Heute legen wir Abseits wesentlich großzügiger, also im Sinne des Angreifers, aus.

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