Sport : Absichtlich Außenseiter

Claus Vetter

hat den neuen Favoriten für den Eishockey-Titel ausgemacht Im Sport zählt der erste Platz. Auch wenn es nur um eine Vorrunde geht, reden Trainer davon, dass sie als Erster in der nächsten Runde leichteres Spiel haben. Weil der kommende Gegner in der Vorrunde schlechter platziert war und ein Tabellenerster naturgemäß besser ist. Die Mannheimer Adler beweisen in den Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), dass es auch anders geht. Mannheim wurde nur Sechster in der Hauptrunde und ging gut gelaunt als Außenseiter in das Play-off-Viertelfinale. Jetzt ist der Klub nach zwei Siegen in drei Spielen kurz davor, den Drittplatzierten Nürnberg aus dem Wettbewerb zu werfen. Frech spricht ihr Trainer Stephane Richér davon, dass sein Team den Spielen am Ende der Hauptrunde keine Bedeutung beigemessen hat. Fünf Niederlagen waren die Folge. „Uns war das egal“, sagt Richér. „Wir haben nur auf die Play-offs hintrainiert.“

Den Niederlagen mit Absicht folgen nun absichtliche Mannheimer Siege. Nun träumen sie sogar schon vom Meistertitel. Und die Konkurrenz muss zittern, wer interessiert sich schon für drei Siege der Berliner Eisbären oder dafür, dass Titelverteidiger Frankfurt die Hamburger 5:0 schlägt, wenn dem Eishockey eine Überraschung aus Mannheim droht. Denn viel, sogar sehr viel spricht für den ausgeruhten Außenseiter. Seit es die DEL gibt, wurde in zehn Jahren nur zweimal der Erste der Hauptrunde in den Play-offs auch Meister. Das waren in beiden Fällen übrigens die Adler. Zumindest das spricht dagegen, dass der neue Deutsche Eishockey-Meister aus Mannheim kommt.

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