Absichtserklärung im europäischen Fußball : Klubs erhalten Abstellungs-Geld

Die europäischen Klub-Mannschaften bekommen zukunftig die Abstellung von Spielern für WM- und EM-Endrunden entlohnt. Darüber kamen Vertreter der "G14"-Klubs und Fifa samt Uefa überein.

Rainer Kalb[sid]
Joseph Blatter Foto: ddp
Fifa-Präsident Joseph Blatter. -Foto: ddp

ZürichFifa-Boss Joseph S. Blatter sprach von einem "gewaltigen Schritt", und auch Uefa-Präsident Michel Platini war hocherfreut: Die Vorsitzenden der beiden mächtigsten Fußball-Verbände haben am Dienstag in einer Geheimsitzung mit den wichtigsten europäischen Klub-Vertretern eine Absichtserklärung formuliert, die den Welt-Fußball revolutionieren wird. Die "G14", Zusammenschluss der 18 einflussreichsten Vereine in Europa, wird demnach aufgelöst.

Klubs erhalten Geld für Abstellung

Aus Deutschland gehören Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen dieser Vereinigung an. Gleichzeitig lässt die "G14" alle Klagen gegen Fifa und Uefa ruhen und wird sie vorbehaltlich einer rechtsverbindlichen Einigung zurückziehen. Im Gegenzug erhalten die Klubs künftig von Fifa und Uefa Geld für die Abstellung von Spielern für Welt- und Europameisterschaften.

Bei den anhängigen Klagen ging es vor allem um eine Entschädigung für Spieler, die sich während eines Länderspiels verletzen, sowie um eine Abstellungsgebühr, weil vor allem die europäischen Klubs die Regelung in den jeweiligen Verbandsstatuten nicht mehr akzeptieren. Sie fordern eine Übernahme des Grundlohns für Spieler, die den Nationalmannschaften einschließlich vorbereitender Trainingslager für bis zu zwei Monate zur Verfügung gestellt werden. Dieser Forderung sind Fifa und Uefa in dem Grundsatzpapier nun nachgekommen.

"Gewaltiger Schritt für den Fußball"

Blatter feierte diesen Entschluss als großen Durchbruch: "Dies ist ein besonderer Tag. Die Klubs als Fundament und Nährboden des Fußballs werden endlich Teil der Fußballpyramide. Diese Absichtserklärung bedeutet für den Fußball einen gewaltigen Schritt. Wir haben den berechtigten Interessen und Anliegen der Klubs entsprochen, indem wir ihnen Zugang zu den Entscheidungsprozessen im Weltfußball gewähren, und damit eine positive Wende herbeigeführt."

Uefa-Präsident Michel Platini, der seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr für die Einbeziehung der Klubs in die Entscheidungsprozesse des Weltfußballs plädiert hatte, kommentierte: "Die Forderungen der Klubs auf Anhörung und Einbindung - auch finanzieller Natur - sind gerechtfertigt. Die Absichtserklärung, die wir heute unterschrieben haben, ist deshalb kein politischer, sondern ein logischer Schritt."

Für Deutschland hatten Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Bayern-Rechtsvertreter Michael Gerlinger an dem Treffen teilgenommen. Außerdem waren neben Blatter und Platini insgesamt weitere 27 Vertreter des Verbandsfußballs sowie Spitzenvertreter der Top-Vereine anwesend. Unter Kommentatoren wird die Tatsache, dass dieses Treffen geheim blieb, als Beweis gewertet, wie ernst es den Betroffenen war, in aller Ruhe der Sache des Fußballs zu dienen.

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