Sport : Abstieg mit Ansage

Claus Vetter

wundert sich über kurzsichtige Eishockeyklubs Gestern interessierte im deutschen Eishockey vor allem die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) und ihr 33. Spieltag. Wieder einmal waren die Hallen voll, der Liga geht es gut. Dem deutschen Eishockey-Nachwuchs allerdings nicht: Die U-20-Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in den USA aus der A-Gruppe abgestiegen. Auf desaströse Weise, mit fünf Niederlagen in fünf Spielen, und das bei nur einem erzielten Tor und 29 Gegentoren.

Doch die traurige Vorstellung der Junioren hat nicht alle in der DEL in gleichem Maße interessiert. Nur wenige Klubs in der Liga setzen auf den Nachwuchs, manche gar nicht. Vom Meister Frankfurt war kein Spieler in den USA, die Hamburg Freezers haben nicht einmal eine Nachwuchsabteilung. Der Klub, der beim U-20-Turnier nach den Berliner Eisbären die meisten Spieler abstellte, war Zweitligist REV Bremerhaven. Wen wundert da der Abstieg? Spieler, die im Liga-Alltag gegen Bietigheim-Bissingen spielen, können mit kommenden Weltstars nicht mithalten.

In der DEL leisten sich nur die Eisbären eine zweite Mannschaft in der dritten Liga. Das kostet Geld, ist für die Berliner aber eine Investition in die Zukunft, wenn auch momentan nur in die eigene. Langfristig aber ist das deutsche Eishockey auf derartige Initiative angewiesen, denn zur Pflege des eigenen Nachwuchses gibt es in der DEL keine Alternative. Die Spieler, die jetzt bei den Junioren enttäuscht haben,werden in ein paar Jahren bei der A-WM für Deutschland auflaufen. Und ohne eine konkurrenzfähige Nationalmannschaft wird es auch mit der Liga nicht weiter aufwärts gehen.

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