Sport : Absturz eines Vielfliegers Hoffenheim suspendiert Torhüter Tim Wiese

Zuzenhausen - Einzeltraining statt Europapokal: Tim Wiese hat beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim keine Zukunft mehr. Der frühere Nationalspieler wurde vor dem Spiel bei der SpVgg Greuther Fürth an diesem Samstag aus dem Kader gestrichen und darf nicht mehr mit der Mannschaft trainieren. „Die Vielzahl der Dinge, die es außerhalb des Platzes gegeben hat, haben uns zu diesem Schritt bewogen“, sagte Hoffenheims Trainer Marco Kurz. Wiese war bereits Anfang Februar durch den Brasilianer Heurelho Gomes als Nummer eins abgelöst worden.

Ausschlaggebend für den Ausschluss aus dem Teamtraining war nach Aussage von Kurz ein „erneuter Vorfall“, den sich Wiese abseits des Fußballplatzes geleistet habe. Der 31-Jährige soll in der vergangenen Woche im Vip-Raum des Handball- Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen unangenehm aufgefallen sein. „Es geht um die Darstellung des Teams nach außen“, sagte Hoffenheims Trainer, „gerade in unserer derzeit sehr schwierigen Situation.“

Mitte Februar war Wiese zusammen mit seinem Teamkollegen Tobias Weis bereits auf einer Karnevals-Party negativ in Erscheinung getreten und danach mit einer Geldstrafe belegt worden. Auch beim Straftraining nach dem 1:2 in Augsburg hatte Wiese mit einem betont lustlosen Auftreten Unverständnis bei den Verantwortlichen ausgelöst. Manager Andreas Müller führte daher am Mittwoch ein Gespräch mit dem Torhüter, in dem er ein professionelleres Auftreten einforderte. Am Tag danach folgte die Degradierung ins Einzeltraining, das nach Aussage von Müller auch zeitlich abseits der Mannschaft stattfinden wird.

Zwar betonte Müller, Wiese sei „nicht der Sündenbock für unsere schwierige Situation“. Doch im chronisch unruhigen Hoffenheim wären sie inzwischen froh, wenn Wiese nie in den Kraichgau gewechselt wäre. Im Abstiegsfall kann der Torhüter sowieso gehen, aber auch im Falle des immer unwahrscheinlicher werdenden Klassenverbleibs werden sich die Weg im Sommer trennen. Das steht seit Donnerstag fest. dpa

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