Sport : Abwärtstrend

Deutsche Skispringer landen in Engelberg zu früh

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Engelberg Nur noch zehn Tage trennen die deutschen Skispringer vom Start der Vierschanzentournee. Von jener Veranstaltung, bei der sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ganz plötzlich kurzzeitig auf ihre Sportart richtet. Und ausgerechnet jetzt drohen sie in eine sportliche Krise zu rutschen.

Das dokumentierte das gestrige Weltcupspringen in Engelberg: Martin Schmitt schied bereits im ersten Durchgang aus, Michael Uhrmann landete als bester Deutscher nur auf Platz zwölf. Der Finne Janne Ahonen hingegen unterstrich mit seinem sechsten Sieg im siebten Springen seine überragende Form. „Langsam wird es langweilig, es wäre schön, mal wieder ein anderes Gesicht ganz vorne zu sehen“, sagte der deutsche Bundestrainer Peter Rohwein. Der Weltcupführende gilt damit als großer Favorit für den erneuten Tourneesieg. Über seine Springer sagte Rohwein: „Mit diesem Ergebnis kann man nicht zufrieden sein.“

Der Bundestrainer musste am Fuße des Titlis-Berges feststellen, dass seine Athleten derzeit weit von der Spitze entfernt sind. Uhrmanns Rückstand auf Ahonen betrug 47,1 Punkte. „Mit dem Ergebnis kann ich leben, mit dem Abstand zu den Top-Leuten nicht“, sagte Uhrmann, der 126,5 und 125 Meter sprang. Ahonen stellte im ersten Durchgang mit 141 Metern einen neuen Schanzenrekord auf und lag nach 137,5 Metern im Finale knapp vor dem Österreicher Thomas Morgenstern und dem Tschechen Jakub Janda. Georg Späth, Alexander Herr, Jörg Ritzerfeld, Stephan Hocke, Maximilian Mechler und Michael Neumayer belegten Plätze zwischen 14 und 26.

Völlig von der Rolle war erneut Schmitt, der mit 105,5 Metern als 41. das Finale klar verpasste. „Ich konnte die Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, nicht umsetzen, aber das bin ich ja langsam gewohnt“, sagte der Schwarzwälder. Nach dem Trainingslager in Lillehammer wähnte sich Schmitt auf einem guten Weg, doch im Wettkampf scheiterte er. „Er ist zu verkrampft und macht die alten Fehler“, sagte Rohwein.

Schmitt wirkte ratlos. „ Ich bin enttäuscht, muss aber damit leben, ich darf nicht die Geduld verlieren“, sagte der viermalige Weltmeister. Als Ursache für die schlechten Leistungen haben Trainer und Athlet einen Fehler beim Absprung ausgemacht, den der 27-Jährige einfach nicht in den Griff bekommt. „Es ist wichtig, dass ich ruhig bleibe“, sagte Schmitt. Letzte Hoffnung, für die Vierschanzentournee doch noch in Schwung zu kommen, ist nun ein Trainingslager in der kommenden Woche in Ruhpolding. Tsp

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