Abwanderung : Raus aus der Poldi-Welt

Thorsten Grunow wünscht sich, dass Lukas Podolski endlich kämpft statt sich mit Abwanderungsgedanken zu befassen.

Thorsten Grunow

Lukas Podolski hat unbestritten viel Talent, ja, er hat das Potenzial zur ganz großen Karriere. Unbestritten ist aber auch, dass Podolski seit seinem Wechsel zu den Bayern im Sommer 2006 über die Rolle eines Ersatzspielers im Verein nicht hinausgekommen ist. Auf die Kritik des Bayern-Managers Uli Hoeneß reagiert Podolski nun mit Abwanderungsgedanken. Damit steht er mit 23 Jahren schon am Scheideweg seiner Karriere.

Will Podolski wirklich ein Weltklassefußballer werden, muss er den internen Kampf bei den Bayern endlich annehmen. Natürlich hätte er es bei einem mittelmäßigen Verein wie dem 1. FC Köln, wo ihm eine ganze Stadt zu Füßen liegt, wesentlich leichter. Dort wäre er wieder der unbestrittene Star, die unangefochtene Nummer eins im Sturm und im Klub.

Podolski schwankt zwischen der Sehnsucht nach der heilen Poldi-Welt (in der ihn alle lieb haben und er immer spielen darf) und der harten Realität des Spitzenfußballs. Die heile Welt stellen im Moment der 1. FC Köln und die Nationalmannschaft dar. Dass es in Spitzenklubs wie dem FC Bayern harte Konkurrenz gibt, kann oder will Podolski bislang nicht verstehen. Sollte er wirklich zurück zum kuscheligen 1. FC Köln wechseln, bliebe ihm einzig die Nationalelf als Bühne. Dort aber drängen sich Spieler wie Gomez, Helmes und Kießling mehr und mehr auf. Sollte er irgendwann auch bei Joachim Löw seinen Platz verlieren, würde eines der größten Talente im fußballerischen Niemandsland verschwinden. Für Aufmerksamkeit würde Podolski dann – wie am Wochenende beim Besuch eines Boxkampfes – nur abseits des Rasens sorgen.

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