Sport : Abwarten und Tore schießen

Richard Leipold

Borussia Dortmund wird zur Geschmackssache. Im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Süßwarenfirma hat in dieser Woche das BVB-Sportbonbon in den Handel gebracht. Beim 3:0 über den FC Energie Cottbus zeigten die Dortmunder im Westfalenstadion, dass der Kampf um den Meistertitel weiter nach ihrem Geschmack ist. Die Borussia bleibt Tabellenführer Bayer Leverkusen dicht auf den Fersen.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Trotz des dritten Sieges in acht Tagen zeigte sich der Dortmunder Trainer Matthias Sammer nur mäßig zufrieden. "Wir haben eine klare Linie vermissen lassen. Ich hätte nicht sehen wollen, wenn Cottbus ein bisschen stärker gewesen wäre." Cottbus machte es dem BVB nur in der Anfangsphase schwer. Nach zwei gefälligen und gefährlichen Kontern hätten die Lausitzer in Führung gehen können, doch Beeck und Kaluzny verfehlten knapp das Ziel.

Die Dortmunder warteten ab, bis der Gegner es ihnen leicht machte. Timo Rost handelte sich in der 18. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte ein. Nachdem er Kehl zunächst mit dem Ellenbogen gestoßen hatte, brachte er den davoneilenden Dortmunder Stürmer beim zweiten Vergehen mit dem Fuß zu Fall.

Von seinem unbequemen Widersacher Rost befreit, eröffnete Kehl die groß angelegte Offensive der Heimelf. Torhüter Piplica wehrte den Schuß des Dortmunder Mittelfeldspielers ab; den Abpraller schoss Ewerthon an den Pfosten. Zwei Minuten später traf der Brasilianer besser. Ewerthon schloss eine Kombination über Rosicky und Koller mit dem Führungstor ab. Koller hatte den Schützen mit einem raffinierten Querpass in Szene gesetzt. Auch beim zweiten Treffer glänzte der tschechische Mittelstürmer als Vorbereiter; dieses Mal spielte er den Ball maßgerecht auf Rosicky, der zum 2:0 vollendete. BVB-Trainer Matthias Sammer bedachte Koller mit einem Sonderlob. "Er reißt sich den Hintern auf, wir sind froh, dass wir ihn haben."

Da die Kräfteverhältnisse geklärt waren, nutzten die Dortmunder Profis die zweite Halbzeit zum Auslaufen und spielten sich die Bälle zu wie im Training. Cottbus, zumal in Unterzahl, war nur noch ein Übungspartner. Eduard Geyer, der Trainer des FC Energie, sagte, er habe von seiner Mannschaft mehr Gegenwehr erwartet, zumal nach den für Cottbus günstigen Ergebnissen des Samstags. "Ich dachte, die Mannschaft tritt mutiger auf, aber nach der Gelb-Roten Karte und dem 0:1 war der Mut weg."

Für den Dortmunder Torhüter Philipp Laux war es eine bekannte Situation. Der Neunundzwanzigjährige ist es gewohnt, nur zu üben und sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Als Vertreter der gesperrten Stammkraft Jens Lehmann durfte er zwar sein fünftes Bundesligaspiel für den BVB bestreiten,doch er hatte weniger zu halten als sonst auf dem Übungsplatz. "Mein Vorteil ist, dass ich mich auch in der Vergangenheit immer so vorbereitet habe, als würde ich selbst spielen", sagt Laux. Ob Spiel oder Training: Das kam an diesem Abend auf das Gleiche heraus. Der eingewechselte Giuseppe Reina verteilte mit seinem Tor zum 3:0 immerhin noch ein Bonbon.

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