Sport : Acht Längen Vorsprung: Thorsten Tietz fährt in Mariendorf allen davon

Heiko Lingk

Berlin - Er nutzte seine Chance. Und das in grandioser Manier. Der Berliner Trabrennfahrer Thorsten Tietz gewann am Samstag das mit 108 231 Euro dotierte Deutsche Stuten-Derby. Auf der Rennpiste in Mariendorf steuerte der 34-Jährige sein Pferd Georgina Corner zu einem überlegenen Erfolg. Auf der Ziellinie trennten die Favoritin ganze acht Längen von ihren Verfolgern. Die von Josef Franzl gefahrene Außenseiterin Yuamour belegte den zweiten Platz vor der von Heinz Wewering gesteuerten Stute Helena von Haithabu. Überhaupt nicht gut lief es dagegen für den aus Schweden angereisten europäischen Spitzenfahrer Erik Adielsson. Seine am Wettmarkt hoch gehandelte Stute Iniesta übernahm zwar die Führung, doch als Tietz eine halbe Runde vor dem Ziel zum Angriff mit Georgina ansetzte, konnte die Gegenspielerin das schlagartig verschärfte Tempo nicht mitgehen und wurde nach mehreren verbotenen Galoppsprüngen disqualifiziert.

Für den in Recklinghausen aufgewachsenen Tietz ist mit dem Sieg im Stuten-Derby ein Traum in Erfüllung gegangen. „Das ist ohne Frage mein bisher größter Erfolg“, sagte er. Auf den letzten Metern des Rennens hatte er die Peitsche mit einer triumphalen Geste in die Höhe gerissen. Die spektakuläre Zieldurchfahrt unter dem Jubel der Mariendorfer Zuschauer besaß einen großen symbolischen Wert. Tietz hat den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Vor zweieinhalb Jahren hatte für den Sulkyfahrer ein neuer Lebensabschnitt begonnen, denn mit dem Umzug nach Berlin fand er zugleich einen idealen Partner. Gemeinsam mit dem Mariendorfer Trainer Roman Matzky baute Tietz einen Rennstall auf, der den Fokus weniger auf Masse, sondern vor allem auf Klasse setzt.

Die Stute Georgina Corner verkörpert genau diese Qualität. Bei bisher sechs Starts wurde die dreijährige Stute nur ein einziges Mal bezwungen. Sie galt daher schon im Vorfeld des Stuten-Derbys als kaum bezwingbar. Doch obwohl die triumphale Überlegenheit keine Überraschung war, konnte Tietz seine Emotionen in Mariendorf nur schwer beherrschen. Er sagte: „Ich war mir als junger Mann gar nicht sicher, ob ich den Beruf des Trabrennfahrers ergreifen sollte. Doch meine Eltern haben mich unheimlich bestärkt und immer zu mir gehalten. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür!“ Heiko Lingk

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