Acht Spiele vor Saisonende : Ist die Hertha noch zu retten?

Nach dem 0:6-Debakel vom vergangenen Samstag wird es nun wirklich eng für Hertha BSC in der Bundesliga. Ist der Abstieg noch zu vermeiden? Eine Analyse.

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Die Bundesliga hat Otto Rehhagel wieder. Der Medienandrang bei der Vorstellung des Altmeisters, der Hertha BSC übernehmen und damit nach mehr als elf Jahren in den deutschen Fußball zurückkehren wird, war riesig.Alle Bilder anzeigen
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19.02.2012 15:26Die Bundesliga hat Otto Rehhagel wieder. Der Medienandrang bei der Vorstellung des Altmeisters, der Hertha BSC übernehmen und...

Noch sind es knapp sieben Wochen und acht Spiele bis zum Ende der Saison. Sieben Wochen und acht Spiele, in denen viel passieren kann – passieren muss, wenn Hertha BSC auch in der kommenden Saison noch in der Fußball-Bundesliga spielen will. Nach acht Niederlagen in bislang neun Spielen im Jahr 2012 und dem Sturz auf den vorletzten Tabellenplatz spricht viel für eine erneute Berliner Zwangsversetzung in die Zweite Liga. Zuletzt gab es am Samstag ein 0:6 gegen Bayern München, das auch den vor vier Wochen reaktivierten Trainer-Rentner Otto Rehhagel ratlos stimmte. Neben Rehhagel und den zuletzt hoffnungslos überforderten Spielern rückt auch Michael Preetz stärker in die Kritik. Herthas Manager hat zum einen die Mannschaft zusammengestellt und ist zum anderen für die Entlassungen der Trainer Markus Babbel und Michael Skibbe verantwortlich.

Was ist rechnerisch noch möglich?

In schweren Zeiten wie diesen halten sich Herthas Fans selbst an kleinsten Kleinigkeiten fest. Als am Sonntag die Meldung publik wurde, dass dem Mainzer Stürmer Mohamed Zidan wegen einer Tätlichkeit eine nachträgliche Strafe droht, hat das in den diversen Internetforen über den Berliner Bundesligisten mittelschwere Aufregung ausgelöst. Der Ägypter hat in sieben Rückrundenspielen sechs Tore erzielt, also dreimal so viele wie Herthas gesamte Mannschaft, die am Samstag in Mainz antreten muss. Natürlich ist es kein besonders gutes Zeichen, wenn man darauf hoffen muss, dass beim nächsten Gegner der beste Spieler ausfällt. Aber es gibt eben sonst nicht viel, was Herthas Fans in der aktuellen Situation noch Hoffnung macht. „Rein rechnerisch ist noch alles möglich“, sagt Otto Rehhagel.

Herthas 0:6 gegen Bayern
Drunter und Drüber im Hertha-Strafraum bei der 0:6-Niederlage gegen Bayern München.Alle Bilder anzeigen
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17.03.2012 20:17Drunter und Drüber im Hertha-Strafraum bei der 0:6-Niederlage gegen Bayern München.

Nach den Regeln der Multiplikation kann seine Mannschaft bei acht ausstehenden Spielen noch 24 Punkte holen. Realistisch betrachtet ist das utopisch – schon weil Hertha in den ersten 26 Spielen der Saison auf gerade 23 Punkte gekommen ist. Den Namen nach könnte das Restprogramm deutlich schlimmer sein – aber für die Berliner haben sich gerade die leichten Gegner als besonders schwer herausgestellt. Von den bisherigen zwölf Spielen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte hat Hertha exakt eins gewonnen (gegen Köln). Ganze neun Punkte holte das Team in diesen Begegnungen. Da müssen die Berliner sich ja fast freuen, dass sie noch in Mönchengladbach (3.), Schalke (4.) und Leverkusen (5.) antreten dürfen.

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