Sport : Acht Tore weniger

Dortmund und Stuttgart liefern wieder ein rasantes Duell, trennen sich aber nur 0:0.

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Schmerzhafter Abend. Die Dortmunder trafen gegen Stuttgart das Tor nicht, Kapitän Sebastian Kehl musste früh mit einer Verletzung raus. Foto: dapd
Schmerzhafter Abend. Die Dortmunder trafen gegen Stuttgart das Tor nicht, Kapitän Sebastian Kehl musste früh mit einer Verletzung...Foto: dapd

Dortmund - So unterschiedlich kann ein torloses Remis interpretiert werden. „Wenn Du vor dieser Kulisse einen Punkt mitnimmst, kannst du zufrieden nach Hause fahren“, sagte Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich und strahlte über das ganze Gesicht. Dagegen blickte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp weit weniger freundlich drein. „Dieses Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage.“ Dass dem BVB vor 80 645 Zuschauern nicht das Tor gelang, das alles verändert hätte, lag vor allem an den Gästen aus Baden-Württemberg, die mit großer Leidenschaft verteidigten und zudem in Ulreich einen überragenden Keeper aufboten.

Beide Mannschaften erspielten sich in der Anfangsphase bei herbstlichen Temperaturen eine Reihe guter Möglichkeiten. Die größte vergab Martin Harnik für den VfB, der den Ball nach einer Ecke aus drei Metern über die Latte drosch. Für die Gastgeber traf Außenverteidiger Marcel Schmelzer ins Tor, doch Mats Hummels war bei seinem Freistoß im Abseits. Dortmund bemühte sich mit großem läuferischem Aufwand, Struktur ins Spiel zu bringen, doch fehlte die Passgenauigkeit. Zudem machten die Schwaben dem BVB das Leben mit aggressivem Forechecking schwer. Teilweise übertrieben die Gäste die Härte, in der 20. Minute musste Sebastian Kehl verletzt aus dem Spiel genommen werden, Raphael Holzhauser hatte Borussias Kapitän den Ellbogen ins Gesicht gerammt und war mit gelb gut bedient. Erste Diagnose: Anbruch des Nasenbeins. Es waren keine schönen Mittel, zu denen die Stuttgarter griffen, doch sie zeigten Wirkung. Der VfB raubte dem Deutschen Meister die Spielfreude. „Wir hätten aus unserer Dominanz mehr machen müssen“, sagte Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan. Die große Chance auf die Führung ergab sich dennoch. Nach einem Eckball von Marco Reus kam Mats Hummels aus kurzer Entfernung an den Ball. Seinen Schuss lenkte Ulreich mit einem fantastischen Reflex an die Latte, den anschließenden Kopfball von Hummels kratzte Artur Boka von der Linie.

Nach dem Seitenwechsel drückte Dortmund gleich aufs Tempo, sie versuchten verzweifelt, gegen ihre läuferisch enorm starken Widersacher die Lücke zu finden. Klopp reagierte und brachte mit Julian Schieber eine weitere Offensivkraft ins Spiel, dessen Pass ins Niemandsland die Ratlosigkeit des BVB dokumentierte. Kurze Zeit später war der ehemalige Stuttgarter frei durch, doch Ulreich reagierte erneut glänzend. Es war nicht so, dass die Dortmunder nicht wollten, Wille und Engagement waren reichlich vorhanden. Doch Stuttgart verteidigte das so wertvolle Unentschieden mit großem Geschick und hätte sogar gewinnen können, doch Ibisevic scheiterte frei vor Weidenfeller. In der Schlussphase warf die Borussia alles nach vorn, hatte jedoch Pech, weil Robert Lewandowski kurz vor Schluss die Latte traf. So blieb der VfB in Dortmund zum dritten Mal in Folge ungeschlagen. Felix Meininghaus

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