Sport : Achtbar verloren

In seinem letzten Kampf unterliegt Graciano Rocchigiani einstimmig nach Punkten gegen Thomas Ulrich

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Stuttgart (Tsp). Graciano Rocchigiani hat den letzten Kampf seiner Karriere verloren, sich dabei aber achtbar aus der Affäre gezogen. Am Ende fehlte ihm in einem Berliner Duell die Kraft. So gewann Thomas Ulrich vor 6000 Zuschauern in Stuttgart den IntercontinentalTitel des WBC im Halbschwergewicht einstimmig nach Punkten. „Das Urteil ist gerecht“, erklärte Rocchigiani später.

Zwei Fragen gab es vor dem Kampf, deren Antworten als entscheidend angesehen wurden: Wie fit würde der 39-jährige Graciano Rocchigiani sein und, auf der anderen Seite, wie würde es um die Nerven des zwölf Jahre jüngeren Thomas Ulrich stehen. Die ersten Runden sprachen durchaus dafür, dass sich Graciano Rocchigiani auch während jener 279 Tage, die er im vergangenen Jahr im Gefängnis verbracht hatte, fit gehalten hat. Der Mann, der vor zwei Jahrzehnten sein Profi-Debüt gegeben hatte, ging gemessen an seinem Alter sehr gut vorbereitet in diesen Kampf.

Graciano Rocchigiani, dessen letzter Kampf zwei Jahre her war, begann wie in früheren Zeiten. Aus der Defensive heraus traf er den Gegner in der Auftaktrunde zwei-, dreimal, während es Ulrich auf der anderen Seite nicht leicht hatte, die Doppeldeckung seines Gegners aufzubrechen. In einer insgesamt recht ausgeglichenen ersten Kampfhälfte hatte Graciano Rocchigiani zunächst sogar leichte Vorteile gehabt. Thomas Ulrich boxte vorsichtig und mit Respekt in den ersten Runden, vielleicht war er auch zu nervös. Der 27-jährige Spandauer galt in seiner bisherigen Karriere als zu sensibel, um den Durchbruch zu schaffen. Der Kampf gegen Rocchigiani, den Mann, dessen stärkste Kämpfe längst Vergangenheit sind, sollte für ihn auch ein Schritt in eine erfolgreichere Box-Zukunft sein. Doch Rocchigiani war zäh, er ließ sich bis in die letzte Runde hinein nicht so einfach beiseite räumen. So wurde es nichts mit dem glänzenden Durchbruch des Thomas Ulrich. Dass der 27-Jährige am Ende klar nach Punkten gewann, daran gab es nichts auszusetzen. Denn in der zweiten Hälfte des Kampfes baute Rocchigiani körperlich mehr und mehr ab, was keine Überraschung war. „Es sieht gut aus, weiter so“, sagte Trainer Fritz Sdunek seinem Schützling Ulrich in der Pause zwischen den Runden neun und zehn. Ulrich machte weiter und gewann verdient.

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