Achter Sieg in Paris : Nadal gewinnt French Open gegen Ferrer

Einfach unaufhaltsam: Auch einen müden Rafael Nadal kann David Ferrer nicht am achten Titelgewinn bei den French Open in Paris hindern.

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Achter Erfolg in Paris: Rafael Nadal.
Achter Erfolg in Paris: Rafael Nadal.Foto: AFP

Rafael Nadal sah müde aus. So müde, wie schon lange nicht mehr. Vielleicht hatte der Spanier zuletzt so ausgelaugt gewirkt, als er sich im Endspiel der Australian Open vor anderthalb Jahren fast sechs Stunden lang mit Novak Djokovic duelliert hatte. Nach der Partie damals konnten beide nicht mehr stehen. Im Halbfinale bei den French Open hatten die beiden nun wieder einen Tennis-Marathon hingelegt, der bald fünf Stunden dauerte. Und diese Strapaze hatte Nadals Körper mit nur einem Tag Pause ganz offensichtlich noch nicht weggesteckt. Er bewegte sich nicht so spritzig, wie gewöhnlich, und seine berüchtigte Vorhand peitschte nicht so gefährlich über die rote Asche, wie sie es sonst tut.

Nadal wirkte verwundbar, und das in seinem Stade Roland Garros. Auf jenem Court Philippe Chatrier, auf dem Nadal nur eine einzige seiner 59 Partien je verloren hatte. Und dann stand ihm sogar weder Djokovic noch Federer in diesen Endspiel gegenüber, sondern ein Debütant. Aber es ist wohl das Schicksal von David Ferrer, dass er sogar sein Bestes geben kann, und es doch nicht genug ist. Nadal holte sich mit letzter Willenskraft und einem 6:3, 6:2 und 6:3-Sieg seinen achten Titel in Roland Garros und ist damit der erste Spieler der Geschichte, dem das bei einem einzigen Grand-Slam-Turnier gelingt.

Doch als Nadal glücklich den silbernen "Coupe des Mousquetaires" in den trüben Pariser Himmel reckte, waren es nicht die Rekorde, die ihm von seinem Triumph in Roland Garros am eindringlichsten in Erinnerung bleiben würden. "Das sind die kältesten French Open, die ich je erlebt habe", sagte Nadal, und die kühlen, regnerischen Bedingungen hatten ihm nicht nur im Endspiel das Leben besonders schwer gemacht. Im letzten Jahr hatte er an diesem Ort plötzlich verwundbar gewirkt, als es im Finale gegen Djokovic mittendrin zu regnen begann. Acht Spiele in Folge gewann der Serbe damals in der Nässe, bis Nadal erlöst wurde und er am darauf folgenden Tag bei Sonnenschein seinen siebten Sieg besiegeln konnte. Der nasse Sand macht das Spiel langsam, die Bälle steinhart und Nadals extremer Spin kommt daher nicht mehr zur Geltung. Seine beste Waffe ist dann stumpf. So wurde es auch gegen Ferrer ein hartes Stück Arbeit, vor allem, weil Nadals spanischer Landsmann einer der zähesten Gegner auf der Tour ist. Seit langem ist der 31-Jährige der ärgste Verfolger der besten vier, ein wackerer Arbeiter, der rackert bis zum Umfallen.

Für seine jahrelange Konstanz unter den besten der Szene hätte man Ferrer einen Grand-Slam-Titel gegönnt, sogar Nadal. "Wenn ich schon verlieren muss, dann lieber gegen David als irgendjemand anderen", hatte er vor dem Endspiel gesagt, doch es war nicht der Tag für Geschenke. Auch nicht an einen seiner besten Freunde. Dass die beiden sich so nahe stehen, schien sie zu Beginn der Partie etwas zu hemmen. Manche Wettanbieter hatten Nadal auf eine Quote von 10:1 gesetzt, doch Ferrer war nicht chancenlos. Er erspielte sich beharrlich Breakmöglichkeiten, ging mit Nadal zehrende Rallyes von 25, 30 Schlägen und zeigte dem Pariser Publikum, warum keiner gerne gegen ihn spielt. Ohne Satzverlust war er ins Endspiel eingezogen, doch der matte Nadal mobilisierte in den wichtigen Momenten seine letzten Energiereserven.

"Wenn man nicht perfekt spielt, kann dich David in echte Schwierigkeiten bringen", sagte Nadal, doch es sollte Ferrer zu selten gelingen. Er nutzte seine Chancen einfach nicht konsequent genug. Auch ihm machte das Regenwetter zu schaffen, und zu wissen, dass er nur ein einziges Mal gegen Nadal auf Sand gewonnen hatte, als dieser 18 Jahre jung war, machte es nicht besser. Am Ende blieb es ein eher durchschnittliches Finale, das kurz von Aktivisten gestört wurde, die gegen die Homo-Ehe in Frankreich protestierten. Doch das blieb nicht in Erinnerung. Es war Nadal, der glücklich und erschöpft auf seine rote Asche sank.

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