Adam Nemec : Vorn die Nummer eins beim 1. FC Union

Der 1. FC Union empfängt am Montagabend Fortuna Düsseldorf. Und wieder hoffen die Berliner auf Tore des slowakischen Stürmers Adam Nemec.

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In Jubelstimmung. Für Unions Adam Nemec läuft es derzeit richtig gut.
In Jubelstimmung. Für Unions Adam Nemec läuft es derzeit richtig gut.Foto: picture alliance/dpa

Bewaffnet mit Farbe und Pinsel legte Adam Nemec los. Der Stürmer des 1. FC Union war genau wie einige Mitspieler und viele Fans am Sonntag ins Stadion An der Alten Försterei gekommen, um für einen guten Zweck zu malen. Die Aktion „Gemeinsam sehen – Union leben“ fand zugunsten des an einer seltenen Augenkrankheit leidenden kleinen Sohns von Mitspieler Martin Dausch statt. Nemec werkelte an einem Bild, das bald versteigert werden soll.

Außerhalb des Fußballplatzes hatte er ähnlich viel Freude wie auf dem Feld. Derzeit läuft es richtig gut für Nemec, unter der Woche durfte der Angreifer beim 1:1 der slowakischen Nationalmannschaft in Rumänien die komplette zweite Halbzeit spielen. Auch ohne Torerfolg wäre seine Leistung „nicht so schlecht“ gewesen, sagt Nemec.

Beim 1. FC Union ist er der einzige aktuelle Nationalspieler im Kader. Die Nominierung war der Lohn für die zuletzt guten Leistungen, die er im Trikot des Berliner Zweitligisten zeigte. Angst, dass er sich bei der Nationalmannschaft zu sehr verausgabte, muss Unions Trainer Uwe Neuhaus nicht haben. „Da war kein Tempo drin“, sagt Nemec über das Freundschaftsspiel. Er sollte also fit sein für das heutige Heimspiel im Stadion An der Alten Försterei gegen Fortuna Düsseldorf (20.15 Uhr, live bei Sport 1), anders als Mario Eggimann und Baris Özbek. Für Verteidiger Eggimann kommt ein Einsatz nach seiner Sprunggelenksverletzung wohl noch zu früh, bei Özbek will Neuhaus kurzfristig entscheiden. Der Mittelfeldspieler hatte unter der Woche mit Rückenproblemen zu kämpfen und musste zeitweise mit dem Training aussetzen.

Von Verletzungen blieb Adam Nemec in Berlin bisher verschont. Das Image des Pechvogels konnte er ablegen. Während seiner Zeit in Kaiserslautern war er einmal beim Kirschenpflücken vom Baum gefallen und verletzte sich dabei schwer. Nemec brach sich damals zwei Wirbel, das Schlüsselbein und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Über drei Monate musste er pausieren, danach war er beim damaligen Bundesligisten außen vor und wurde nach Ingolstadt abgeschoben.

In dieser Saison stand Nemec in den Ligaspielen jede Minute auf dem Feld, im Angriff ist er beim 1. FC Union inzwischen die klare Nummer eins. Der 27-Jährige wirkt austrainiert – kein Vergleich zum vergangenen Jahr, als er nach seinem Wechsel aus Ingolstadt einige Zeit brauchte, um wieder in Form zu kommen. Nemec fremdelte zunächst mit der neuen Umgebung und dem Spiel des 1. FC Union. Inzwischen wissen die Kollegen aber längst, wie sie ihren großen, wuchtigen Mittelstürmer einsetzen müssen. Seiner einstigen Forderung, „ich brauche Flanken, ich bin gut beim Kopfball“, kommen sie mittlerweile nach. In Bielefeld traf Nemec per Kopf nach einem Freistoß von Michael Parensen.

Im Spiel der Berliner fungiert Nemec im Zentrum als vorderste Anspielstation, er sichert die Bälle für die nachrückenden Kollegen, wie den schnellen Sören Brandy, mit dem Nemec nicht nur auf dem Platz gut harmoniert. Brandy half beim Bild von Nemec genau wie Torsten Mattuschka fleißig mit. Nun entscheiden die Käufer, ob das Ergebnis ähnlich sehenswert ist wie die Kombinationen der drei auf dem Platz.

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