Adler gegen Wiese : Unentschieden im deutschen Tor

Weder René Adler noch Tim Wiese konnten sich als Nummer eins empfehlen. Der Kampf um die Nachfolge von Jens Lehmann bleibt offen.

Michael Rosentritt
Fussball-Laenderspiel: Deutschland - England Foto: ddp
Die Nummer 12 im Kampf um die Nummer eins. Tim Wiese spielte gegen England die zweite Halbzeit.Foto: ddp

Eigentlich hatte Jens Lehmann sich einiges ausgerechnet für dieses Spiel gegen England. Der Nationaltorwart, der im vergangenen Sommer auf Zureden Joachim Löws seinen Rücktritt aus dem DFB- Team erklärt hatte, hätte allzu gern gegen diese große Fußballnation ein offizielles Abschiedsspiel gegeben, eins, wie es auch sein ewiger Rivale Oliver Kahn bekommen hatte. Der Bundestrainer aber hatte Lehmann erklärt, dass er dieses Freundschaftsspiel benötige, um den Aspiraten im Kampf um dessen Nachfolge Länderspielpraxis zu verschaffen. Und so kam René Adler zu seinem dritten Einsatz.

Adlers Fehler vor dem 0:1 folgten einige Glanzparaden

Man kann nicht sagen, dass Adlers kapitaler Schnitzer in der 23. Minute allein mit seiner internationalen Unerfahrenheit zu erklären ist, gerade Lehmann war nicht frei von solchen Kalamitäten. Aber sein eventueller Nachfolger im deutschen Tor aus Leverkusen machte bei der vierten Ecke der Engländer keine glückliche Figur, als er am Ball vorbeifaustete. Im Anschluss hatte Adler ein paar passable Szenen, solche, die sein Spiel ausmachen. Der 23-Jährige parierte in der ersten Hälfte nicht nur zweimal glänzend, seine Abschläge leiteten auch die halbwegs gelungenen Angriffe der Deutschen ein.

Pfiffe bei Wieses Einwechslung

Dass René Adler in der zweiten Halbzeit von Tim Wiese abgelöst wurde, hatte nichts mit seiner Leistung zu tun. Joachim Löw hatte bereits im Vorfeld des Spiels derlei Überlegungen angestellt. Und so kam der 26 Jahre alte Bremer zu seinem Debüt in Nationaldress. Nach der Verletzung von Robert Enke (Hannover) war Wiese überhaupt in die DFB-Auswahl gerückt. Nach einigen ungeschickten Äußerungen in der Vergangenheit hatte Wiese sich ein wenig selbst ins Abseits gebracht. Aber Wiese spielt regelmäßig in der Champions League, eine Erfahrung, die weder Enke noch Adler vorweisen können. Trotzdem gab es bei seiner Einwechslung gestern Abend erst einmal Pfiffe von den Rängen. Wiese ließ sich davon nicht irritieren, er strahlte Ruhe aus und war da, als er da sein musste, wie zum Beispiel beim Schuss von Shaun Wright-Phillips. Auch Wiese bekam sein Tor, für das er allerdings nichts konnte. Der Kampf um die Nachfolge Jens Lehmanns bleibt aber weiterhin offen.

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