Sport : Adler schalten den Meister aus Die Berliner siegen 42:13

in Schwäbisch Hall.

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Berlin - Die rund 2000 Zuschauer in Schwäbisch Hall wollten ihren Augen kaum glauben. Das sonst so stimmungsvolle Publikum war plötzlich „totenstill“, berichtet Frank Metscher. Dafür jubelte der Präsident der Berlin Adler umso mehr. Die Adler setzten sich im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft im American Football 42:13 bei den Schwäbisch Hall Unicorns durch und sorgten damit nicht nur in der süddeutschen Kleinstadt für Aufsehen. „Das war schon mehr als nur ein Achtungszeichen von uns“, sagt Metscher. Schwäbisch Hall ging als großer Favorit in das Spiel, kaum jemand traute den Adlern beim Titelverteidiger etwas zu. Der amtierende Meister hatte zuvor souverän die Süd-Gruppe der German Football League (GFL) gewonnen, während sich die Adler als Vierter der Nordstaffel nur mit Mühe für die K.-o.-Runde qualifizieren konnten. Die Berliner hatten während der regulären Saison sieben Spiele gewonnen und sieben verloren.

„Wir hatten in einigen Situationen auch Glück, so ehrlich muss man sein. Es war einfach ein perfekter Tag für uns, an dem alles passte“, sagt Metscher. Die Basis für den Erfolg hatten die Verantwortlichen lange vor dem Spiel gelegt. „Vier bis fünf Stunden pro Tag“, so Metscher, schloss sich das Trainerteam zuletzt ein, um intensives Videostudium des Gegners zu betreiben. Entscheidende Schwächen machten die Berliner dabei in der Defensive der Schwäbisch Haller aus. „Auf unsere Spielzüge in der Offensive fanden sie keine Antwort“, sagt Metscher.

Nun fehlt den Adlern noch ein Sieg zum Erreichen des German Bowl. Das Endspiel findet am 12. Oktober im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion statt. Ein mögliches Finale vor den eigenen Fans wäre für Metscher „ein Traum“. Dafür müssen die Adler am kommenden Sonnabend aber bei den Dresden Monarchs bestehen. In der regulären Saison konnten beide Teams je ein Spiel gewinnen. Im anderen Halbfinale stehen sich Braunschweig und der Gewinner des Spiels Marburg gegen Kiel gegenüber (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe).

Frank Metscher ist mit dem Abscheiden seiner Adler schon jetzt hochzufrieden. Eigentlich sollte diese Saison als Übergangsjahr dienen, die Adler hatten zu Beginn der Spielzeit einige Junioren ins Team eingebaut. Außerdem hatte der Klub vor zwei Wochen einen Schicksalsschlag zu verkraften. Der langjährige Trainer Wanja Müller musste sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Für ihn sprangen die Assistenten Thomas Breddermann, Jonny Schmuck und Eric Schramm ein. Mit Erfolg, wie sich in Schwäbisch Hall zeigte. Sebastian Stier

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