Sport : Ärger nach dem Sieg

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Von Helen Ruwald

Berlin. Nach dem Spiel durfte Bernd Seidensticker die Schiedsrichter wieder beschimpfen. Am Beckenrand hatte sich Hannovers Trainer nicht genug austoben können, hatten ihm die Schiedsrichter während des zweiten Finalspiels um die deutsche Wasserballmeisterschaft zwischen den Wasserfreunden Spandau 04 und Waspo Hannover doch Rot gezeigt. Er hatte zu viel gemeckert und provoziert. Doch nach der 5:11(4:3, 0:1, 1:2, 0:5)-Niederlage, als er sich den Unparteiischen wieder nähern durfte, platzte es aus ihm heraus: „Ihr seid doch nicht ganz dicht.“

15 Mal wurden Hannoveraner nach Fouls kurzzeitig aus dem Becken gewiesen, die Gastgeber nur acht Mal. Bei Hinausstellungen spielt der Gegner in Überzahl, Spandau hatte also einen deutlichen Vorteil. Zudem durften zwei Spieler der Gäste, darunter der künftige Spandauer Marc Politze, nach dem dritten Wasserverweis schon frühzeitig gar nicht mehr mitmachen. Das galt auch für Spandaus Kapitän Patrick Weissinger und Thomas Schertwitis, doch beide mussten das Becken erst im letzten Spielabschnitt verlassen, zu einem Zeitpunkt, als ihr Team endlich überlegen war. „Wenn diese Schiedsrichter nicht gepfiffen hätten, hätten wir Spandau geschlagen“, sagte Seidensticker erbost. So aber führt Spandau in der Serie nach dem Modus „best of five“ mit 2:0 und kann mit einem dritten Sieg heute (15 Uhr, Forumbad am Olympiastadion) den neunten Titel in Folge perfekt machen. Die Tore warfen Marko Savic (3), Andreas Schlotterbeck, Jens Pohlmann (je 2), Patrick Weissinger, Slawomir Andruskiewicz, Christian Ingenlath und Dennis Wieder. Doch die Spandauer taten sich schwer; hätte Torhüter Alexander Tchigir nicht zwei Viermeter-Strafwürfe abgewehrt, wäre vielleicht alles anders gekommen.

Trainer Peter Röhle war trotz des Sieges wütend. „Das Spiel ist eine herbe Enttäuschung. Einige Spieler waren nervös, einige nicht motiviert genug. Wenn wir am Sonntag nicht eine 180-Grad-Wendung machen, wird es schwer.“ Auch vor einem Jahr hatte Spandau die ersten beiden Spiele gewonnen – und anschließend zweimal verloren, ehe im fünften Aufeinandertreffen in der Verlängerung die Titelverteidigung gelang.

In der Verfassung vom Samstag habe es „kein Team verdient, Meister zu werden“, sagte Spandaus Präsident Hagen Stamm. Einer widerspach: Bernd Seidensticker. Er fand seine Mannschaft „sensationell gut. Am Sonntag gewinnen wir.“

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