Sport : Ärger um Calmund

Bayer spielt 1:1 gegen Bremen und stellt etwas klar

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Das Sportliche war fix abgehandelt. Nach dem 1:1 (1:1) zwischen Bayer Leverkusen und Werder Bremen durch Tore von Torsten Frings (Elfmeter) und Dimitar Berbatow freute sich Leverkusens Trainer Michael Skibbe über die Fortsetzung des positiven Trends. Seinem Kollegen Thomas Schaaf fehlte drei Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Juventus Turin „die Souveränität im Spiel“, das sehr hektisch gewesen war. Turin aber werde „ein völlig neues Ding“.

Aufregung gab es schon vor dem Spiel: um Reiner Calmund. Im Juni 2004 hatte Calmund, der den Aufstieg Leverkusens in die europäische Spitzenklasse verkörpert hatte, nach 27 Jahren bei Bayer unter Tränen seinen Rücktritt aus Gesundheitsgründen bekannt gegeben. Doch in Wirklichkeit hat sich der Klub vom damaligen Manager wegen dubioser Zahlungen in Höhe von 580 000 Euro an den Spielerberater Volker Graul getrennt. Einen entsprchenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ bestätige der Klub gestern. Calmund hatte das Geld im Juni 2003 in drei Tranchen bei der Leverkusener Sparkasse abgehoben (bzw. abheben lassen) und es dem Gütersloher Spielervermittler Graul ausgehändigt – für die „Provision einer Kaufoption“ für zwei Spieler. Dabei handelte es sich nach Vereinsangaben um die U-21-Nationalspieler Delebasic (Partizan Belgrad) und Srna (Hajduk Split). Graul wollte sich gestern nicht dazu äußern.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen laut Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser durch die Steuerfahndung Bielefeld. Die per Radio-Interview geäußerte Aussage Calmunds, der derzeit in Florida weilt, dass Holzhäuser über den Vorgang informiert gewesen sein müsse, bestritt Holzhäuser. Er habe von dieser Summe erst im Frühjahr 2004 Kenntnis erhalten, als ihm eine Buchhalterin „diesen Vorgang“, der in einer „Zwischenbuchung“ schlummerte, vorgelegt habe. „Die Rechnung konnte ich mir nicht plausibel erklären“, so Holzhäuser, deswegen habe er sie als „nicht abzugsfähige Betriebsausgabe“ ausgebucht und sie dem Gesellschafterausschuss als höchstes Gremium des Klubs gemeldet. Die anschließenden Überprüfungen, hieß es in einer Pressemitteilung des Klubs, „führten zur unverzüglichen Trennung“ von Calmund. „Ich gehe davon aus, dass das Geld irgendwo in Kroatien oder Serbien versickert ist“, sagte Holzhäuser. Sportdirektor Rudi Völler dagegen ist überzeugt, dass Calmund „die Dinge sicher wieder bereinigen wird“.

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