Sport : Ärgerliche Erfolge?

Benedikt Voigt

Ob sich Bundestrainer Heiner Brand über die europäischen Erfolge deutscher Handballteams geärgert hat? Kiel und Flensburg im Champions-League-Finale, Hamburg im Pokalsiegerfinale und Magdeburg im EHF-Pokalfinale – das gibt vor allem den von Brand kritisierten Bundesligamanagern Recht: Diese haben nicht auf deutsche Spieler, sondern auf internationale Stars wie Karabatic, Jensen oder Christiansen gesetzt. Damit haben sie, wie sich jetzt eindrucksvoll zeigt, die Bundesliga zur besten Liga der Welt gemacht. Die deutschen Handballfans können das eigentlich nur gutheißen, sie sehen an jedem Spieltag in der Bundesliga fast alle besten Spieler der Welt und dürfen nun mindestens einen internationalen Titel feiern. Wie aber findet das der Bundestrainer?

Seiner aktuellen Nationalmannschaft hat es nicht geschadet, das hat der Weltmeistertitel im Februar eindrucksvoll bewiesen. Eine tatsächliche Bilanz aber wird sich erst in einigen Jahren ziehen lassen. Im besten Fall wird das Handball-Wunderjahr 2007 Vereinen und Verband viel Geld erwirtschaftet haben, der deutsche Nachwuchs wird noch zahlreicher und motivierter sein und im täglichen Training mit den internationalen Stars selber zur Weltklasse gereift sein. Im schlechtesten Fall aber wird sich der Trend zu den Ausländern fortsetzen, werden auch die letzten Plätze in der Bundesliga mit ausländischen Routiniers besetzt sein, während die deutschen Nationalspieler ihre Spielpraxis in der Zweiten Liga sammeln. Dann hätte Heiner Brand allen Grund, sich schon heute zu ärgern.

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