• Affäre Hoeneß-Daum: Eine zweite Anzeige gegen Daum - Definitiv kein Treffen mit Hoeneß

Sport : Affäre Hoeneß-Daum: Eine zweite Anzeige gegen Daum - Definitiv kein Treffen mit Hoeneß

Christoph Daum lehnt einen "Runden Tisch" mit Uli Hoeneß weiterhin ab, der Druck auf den designierten Bundestrainer nimmt weiter zu. Gegen den Coach des Bundesligisten Bayer Leverkusen ist eine zweite Anzeige erstattet worden. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I bestätigte, liegt gegen Daum eine Strafanzeige von einer Privatperson wegen Betrugs in Immobilienangelegenheiten vor. Zuvor hatte bereits ein Immobilienmakler in dieser Angelegenheit Anzeige gegen Daum erstattet. Mit Stromversorger RWE hat Daum vereinbart, die Werbekampagnen ruhen zu lassen, bis alle Vorwürfe entkräftet sind. Angeblich soll Daum für sein Engagement bei RWE für sechs Jahre 10,2 Millionen Mark erhalten.

Unterdessen erteilte Daum dem vom designierten DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder angeregten Krisengipfel mit allen Beteiligten eine Absage. "So lange einige Dinge juristisch nicht geklärt sind, kann ich daran nicht teilnehmen", sagte Daum und unterstrich: "Es bleibt dabei - nicht mit Hoeneß an einem Tisch." Diese Ansicht vertrat auch Bayer Leverkusens Manager Rainer Calmund. "Zu gravierend, zu ungeheuerlich sind die Vorwürfe", sagte Calmund dem Kölner "Express". Schließlich gehe es um Drogen und ums Rotlichtmilieu. Bayern Münchens Manager Hoeneß hatte Daum mit beidem in Verbindung gebracht und damit eine Schlammschlacht um den deutschen Fußball ausgelöst. Calmund: "Es gibt keinen Kompromiss mehr. Diese Sache kann jetzt nur noch gerichtlich geklärt werden."

Bayern Münchens Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge, Mitglied der Task Force des DFB, stärkt Hoeneß weiter den Rücken. Rummenigge: "Ich glaube, wir können Uli Hoeneß nicht im Regen stehen lassen. Franz Beckenbauer kennt ihn seit 30 Jahren, ich seit 26." Er habe "hier einen Spagat zu bewältigen". Rummenigge räumte ein, dass der Fortbestand der erst nach der EM gegründeten Task Force gefährdet sei: "Das ist hier sicher eine Krisensituation."

Vorschläge von Fifa und

Uefa im Transferstreit

Zürich (sid). Im Transferstreit mit der EU-Kommission nimmt der Alternativ-Entwurf des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) immer mehr Gestalt an. Bei einem Treffen einer Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Fifa-Präsident Sepp Blatter wurde weitgehende Einigung hinsichtlich der Behandlung von jungen Spielern erzielt. Weiter kontrovers ist dagegen die Frage, wie bei der Problematik der Vertragseinhaltung bei Akteuren über 23 Jahren verfahren werden und ob es eine maximale Vertragslaufzeit geben soll. Zur Klärung dieser Punkte sollen noch Verhandlungen stattfinden, ehe am 31. Oktober der gemeinsame Entwurf bei EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti abgegeben werden muss. Blatter kündigte zudem Treffen mit Bundeskanzler Schröder, Englands Premierminister Blair und dem französischen Staatspräsidenten Chirac an.

Nach dem Willen der Arbeitsgruppe sollen Spieler unter 18 Jahren künftig nicht mehr international transferiert werden dürfen. Zudem sollen Klubs bei der Verpflichtung eines bis zu 23 Jahre alten Spielers eine Ausbildungsentschädigung bezahlen, die nach einem Ranking-System ermittelt werden soll. Dabei müssen Topvereine mehr für einen jungen Spieler bezahlen als niedrigklassige Klubs. Drittens verständigte man sich auf die Beschränkung auf einen Transfer pro Saison und Spieler.

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