Afrika-Cup : Brot und Spiele am Äquator

Am Samstag beginnt der Afrika-Cup in Äquatorialguinea und Gabun. Genoveva Añonma weiß, wie sich die Afrikaner der deutschen Vereine fühlen und beschreibt die Situation in ihrem Heimatland Äquatorialguinea.

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Lasst uns feiern! Genoveva Añonma reist für zwei Tage aus Potsdam nach Äquatorialguinea, um ihre Landsleute beim Afrika-Cup zu unterstützen.
Lasst uns feiern! Genoveva Añonma reist für zwei Tage aus Potsdam nach Äquatorialguinea, um ihre Landsleute beim Afrika-Cup zu...Foto: picture alliance / dpa

Nach dem anstrengenden Deutschunterricht ist Genoveva Añonma erleichtert, wieder Spanisch sprechen zu dürfen. Ihre Muttersprache ist zwar eigentlich Französisch, aber Añonma spricht, wie ihr Nachname mit dem ñ vermuten lässt, gerne und sehr gut Spanisch. Obwohl sie nun schon zwei Jahre in Deutschland lebt, tut sie sich mit der deutschen Sprache schwer – trotz fleißigen Paukens.

Im Gespräch ist die Stürmerin zwar schüchterner als auf dem Platz, wo sie für Turbine Potsdam die Abwehrreihen der Frauenbundesliga durcheinander wirbelt, aber trotzdem abgeklärt. Añonma musste schon früh erwachsen werden und Verantwortung übernehmen, so vergisst man schnell, dass sie erst 22 Jahre alt ist. Mit 13 Jahren bestritt sie ihr erstes Länderspiel, mit 19 wurde sie Spielführerin der Nationalmannschaft ihres Landes. Ihr Land, das ist Äquatorialguinea, das zusammen mit Gabun den diesjährigen Afrika-Cup der Männer ausrichtet, der am Samstag beginnt.

13 Profis von deutschen Vereinen sind in den Aufgeboten der teilnehmenden Länder, die Prominentesten von ihnen sind nach Demba Papiss Cissés Wechsel zu Newcastle Sami Allagui, Didier Ya Konan, Karim Haggui und Arthur Boka. Die Spieler werden, je nachdem wie erfolgreich ihre Mannschaften abschneiden, bis zu vier Rückrundenspiele nicht zur Verfügung stehen, was bei ihren Trainern für Bauchschmerzen sorgt. Deswegen wird der Afrika-Cup in Deutschland – wenn überhaupt – oft als Ärgernis wahrgenommen.

Die gängige Argumentation geht so: Da die Spieler ihr Geld bei ihren Vereinen verdienen, sollten sie sich dementsprechend deren Interessen unterordnen. Zwischen Verbänden und Vereinen besteht so ein einseitiges Verhältnis, in dem die Nationalmannschaften zum Beispiel von den medizinischen Abteilungen und der taktischen Weiterbildung bei den Clubs profitieren, dafür aber wenig bis gar nichts zurückgeben.

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