Sport : Afrikanische Diva

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So, so, der Herr Eto’o braucht die Weltmeisterschaft nicht. Nicht für sich und nicht für seine Karriere. Das zumindest verkündete der Stürmerstar von Inter Mailand beleidigt, nachdem ihn Kameruns Fußball-Legende Roger Milla aufgefordert hatte, auch in der Nationalmannschaft und nicht immer nur im Verein hervorragende Leistungen zu bringen. Das klingt nach dem offenbar typisch afrikanischen Problem, sich vor großen Turnieren selbst zu zerfleischen. Tatsächlich aber ist es Eto’os ganz persönliches Problem.

Bereits im Alter von 16 Jahren verließ der Stürmer das westafrikanische Land, um in Spanien Profi zu werden. Bei Real Madrid und später beim FC Barcelona stieg Eto’o zum Weltstar auf. Millionenschwere Gagen, protzige Autos – Samuel Eto’o liebt das Leben in Glanz und Glamour. Den Kontakt zu seinem Heimatland Kamerun aber verlor er. Wenn Eto’o zur Nationalmannschaft reiste, gab er gerne die launische Diva und sah sich bereits im Alter von 19 Jahren als Star des Teams. Kameruns damaliger Trainer Winfried Schäfer hat das bestens miterlebt. Ganz anders verhält sich hingegen Didier Drogba. Der Ivorer verließ ebenfalls in frühen Jahren die Elfenbeinküste, engagiert sich heute aber für soziale Projekte und Kampagnen im Kampf gegen Aids in seiner Heimat.

Drogba ist wie Eto’o ein Weltklassestürmer, verfügt aber über einen gänzlich anderen Charakter. Deshalb ist die Boykottdrohung von Samuel Eto’o lediglich als Reaktion einer launischen Diva zu verstehen. Und eben nicht als das Problem eines ganzen Kontinents.

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