Sport : Agenda 2005

Robert Ide

über die voranschreitende Fusion der Sportverbände Deutschland ist reformfähig. Das zeigt der Sport, und zwar weit über Jürgen Klinsmann hinaus. In dieser Woche waren nicht nur erstaunlich offensive Fußball-Nationalspieler beim Confed-Cup zu bewundern, sondern auch erstaunlich dynamische Sportfunktionäre. In einer kleinen Kongresshalle in Hanau haben der Deutsche Sportbund (DSB) und das Nationale Olympische Komitee (NOK) ihr Konzept zur Fusion ihrer Verbände präsentiert. Es soll sicherstellen, dass Breitensportler endlich vor Ort betreut und Spitzenathleten konzentrierter gefördert werden. Das Ergebnis ist jene Politik aus einem Guss, von der Angela Merkel gerne redet.

Mehr als 20 Gremien wollen die Verbände einsparen, die persönlich berufenen Mitglieder des NOK sollen ihre eigenständige Funktion einbüßen, die föderale Macht der Landessportbünde beschnitten werden. Der Sport hat sich eine Agenda der Effizienz und Elitebildung auferlegt, die nicht erst 2010 wirken soll, sondern sofort. Bis Ende des Jahres sollen sich die alten Strukturen auflösen.

Natürlich sammeln sich jetzt Abweichler, die um ihren Einfluss fürchten. Besonders die Landessportbünde verlangen „erhebliche Modifikationen“, vor allem natürlich bei der Stimmenverteilung in der künftigen Vollversammlung, vor allem natürlich zu ihren Gunsten. Doch DSB-Präsident Manfred von Richthofen, der nur beim Gelingen der Reform glanzvoll in die Geschichte eingehen wird, und NOK-Chef Klaus Steinbach, der nach der gescheiterten Leipziger Olympiabewerbung wieder Stärke demonstrieren möchte, versuchen mit neuer Einigkeit, die Bremser auszubremsen. Bislang mit Erfolg.

Ein gelungenes Reformwerk könnte der Deutsche Olympische Sportbund am Ende sein. Auch wenn Spitzenpersonal und Finanzierung des neuen Verbandes noch unklar sind – schon der eingeschlagene Weg zu dieser Fusion macht Mut.

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