Sport : Agenda Eröffnungsspiel

Robert Ide

Was tun, wenn Michael Ballack nicht spielen kann? Wer soll vor Torhüter Jens Lehmann die Abwehr zusammenhalten? Reicht die restliche Zeit, um alle Spieler aufeinander abzustimmen? Nicht einmal zwei Wochen bleiben Bundestrainer Jürgen Klinsmann, um perfekt präpariert in das Eröffnungsspiel der Fußball-WM gegen Costa Rica zu gehen. Die wichtigsten Fragen könnten ihn bis zum Anpfiff begleiten.

Den Organisatoren des für Jahrzehnte wichtigsten Sportereignisses in Deutschland geht es nicht anders. Auch sie haben in jahrelanger Vorbereitung viele Probleme gelöst, doch auch sie müssen bis zum Anpfiff am 9. Juni in München zittern. Das Organisationskomitee von Franz Beckenbauer beschäftigt vor allem eine Unwägbarkeit: Werden die ausverkauften Stadien wirklich voll besetzt sein? Sollten einige Ränge leer bleiben, stünde die deutsche WM-Planung im Kern in Frage. Perfekt präparierte und nach der Debatte über Sicherheitsmängel sogar nachgebesserte Stadien, die bislang reibungslose Unterbringung der Gästemannschaften, ein trotz abgesagter Eröffnungsgala vielfältiges Kulturprogramm – all das würde die Wut kaum mindern, wenn Tausende Fans, die sich monatelang vergeblich um Karten bemüht haben, mitansehen müssen, dass für Sponsoren reservierte Blöcke frei bleiben.

Zehntausende ungenutzte Karten haben der Fußball-Weltverband Fifa und der VIP-Vermarkter ISE zurückgegeben. Sie werden von den deutschen Organisatoren in letzter Sekunde auf den Markt geworfen. Der Verkauf geht weiter. Schon kündigt Beckenbauers Ticketexperte Horst Schmidt für die kommenden Tage weitere Fankarten an. Die Agenda Eröffnungsspiel der deutschen WM-Organisatoren steht längst fest. Doch eine Antwort auf die entscheidende Frage wird es erst kurz vor dem Anpfiff geben – vor dem Anpfiff des WM-Finales am 9. Juli in Berlin.

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