• Ahlmann kritisiert Verband scharf Reiter wurde nicht über positiven Test informiert

Sport : Ahlmann kritisiert Verband scharf Reiter wurde nicht über positiven Test informiert

Marl/Warendorf - Der gesperrte Springreiter Christian Ahlmann und die Besitzerin seines Olympia-Pferdes Cöster erheben schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN). „Es gab vor den Olympischen Spielen einen positiven Vor-Test, darüber sind wir nicht informiert worden“, sagte Ahlmann. Insgesamt gab es fünf positive Befunde bei den Untersuchungen im Vorfeld der Wettbewerbe in Hongkong.

„Ich war ziemlich überrascht davon. Ich habe das erst aus einer Fachzeitung erfahren“, sagte Ahlmann, der derzeit vom Turniersport suspendiert ist, weil bei Cöster während der Olympischen Spiele in Hongkong die verbotene Substanz Capsaicin gefunden worden war. Pferdebesitzerin Marion Jauß erwägt nach Angaben der „WAZ“ rechtliche Schritte gegen die FN.

Der deutsche Mannschafts-Tierarzt Björn Nolting bestätigte die positive Probe bei einem Test vor den Spielen. Er sagte, dass es sich nicht um ein Dopingmittel, sondern um Rückstände einer medizinischen Behandlung gehandelt habe: „Cöster ist nach Absprache mit Christian und seinem Tierarzt behandelt worden. Es war klar, dass ein Rest der Substanz zu finden war.“ Es habe sich nicht um Capsaicin gehandelt. Die gefundene Substanz dürfe er nicht nennen. Bei den Untersuchungen während der Quarantäne in Warendorf gab es auch bei Shutterfly von Meredith Michaels-Beerbaum sowie bei Lord Luis, dem Pferd des zweiten Ersatzmannes Alois Pollmann-Schweckhorst ein positives Ergebnis. Bei einem weiteren Vor-Test in Hongkong gab es außerdem positive Werte bei dem Vielseitigkeitspferd Mr. Medicott von Frank Ostholt und dem Dressurpferd Bonaparte von Heike Kemmer.

„Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass Pferde behandelt werden“, sagte FN-Geschäftsführer Reinhard Wendt. Es seien bei den Vor-Tests genau jene Substanzen gefunden worden, mit denen die Pferde behandelt worden seien. Es habe sich in keinem der fünf Falle um Substanzen von der Dopingliste gehandelt, sondern um Medikamente, die grundsätzlich erlaubt, aber im Wettkampf verboten seien. Diese Unterscheidung zwischen Doping und verbotener Medikation gibt es nur im Pferdesport.

Auf Fragen nach den Ergebnissen der vom Verband durchgeführten Vortests hatte Nolting während der Olympischen Spiele gesagt: „Es gab keine Beanstandungen.“ Wendt hatte erklärt, dass „es unbedenklich ist“. Ahlmann und Pferdebesitzerin Jauß sind verärgert über die Geheimniskrämerei. Ahlmann bestätigte, dass seine Mäzenin juristische Schritte gegen die FN prüft. Tierarzt Nolting bestätigte, dass er Ahlmann über das Ergebnis nicht informiert habe. „Das habe ich immer so gehalten, dass ich das nur intern besprochen habe, unter anderem mit dem Bundestrainer“, sagte er. dpa

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