Sport : Ailton kommt gut gelaunt zum HSV

Morten Holm[Hamburg]

Das war wahrscheinlich die unterhaltsamste Pressekonferenz in der jüngeren Geschichte des Hamburger SV. Im weißen Trikot des HSV saß Ailton Goncalves da Silva neben Trainer Thomas Doll und Sportchef Dietmar Beiersdorfer und zauberte in der folgenden halben Stunde durch seine verknappte Sprache vor allem Beiersdorfer ein Dauergrinsen ins Gesicht. Egal was war und was sein wird – Ailton hat klar gemacht, dass die Bundesliga einen Typ wie ihn braucht. Und umgekehrt ist es wohl genauso: „Ich bin sehr glücklich, wieder in der Bundesliga zu sein“, sagte Ailton. „Es werden 17 schwere Spiele für den HSV und man muss gucken, was passiert. Ich muss Tore schießen, das ist klar.“ Damit hatte Ailton seinen in sechs Jahren kaum erweiterten Basis-Wortschatz Deutsch zum Vergnügen aller auch schon fast erschöpfend ausgebreitet.

Doll, der zuletzt genervt von allzu vielen Transfergerüchten war, lobte Ailton überschwänglich. „Es ist eine ganz tolle Sache, solch einen Mann für den HSV verpflichten zu können.“ Sportchef Beiersdorfer hatte Ailton am vergangenen Wochenende zu günstigen Konditionen in Istanbul von Besiktas losgeeist: 500 000 Euro Leihgebühr, 800 000 Euro für den Spieler, eine Option auf den Kauf für 1,75 Millionen Euro.

Ailton selbst wollte keinen bösen Blick zurück nach Istanbul werfen – dort sei alles prima gewesen, doch die Bundesliga einfach zu reizvoll. Dann wechselte die Rede noch zum derzeit verletzten Rafael van der Vaart. Er soll Ailton spätestens ab März mit Vorlagen füttern wie einst Micoud bei Werder. Ailton sagte: „Ich glaube, wir werden ein starkes Duo mit super Kombinationen.“ Dann wollte Ailton seine Frau Rosalie und die beiden Kinder vom Flughafen Fuhlsbüttel abholen. Der Familienmensch konnte das kaum erwarten, in Istanbul waren sie dauerhaft getrennt. In Hamburg werden sie vereint sein. Nur dass sie in der Wohnung des nach Katar transferierten Emile Mpenzas an der Elbchaussee wohnen werden, findet mancher irritierend, war Mpenza doch die verkörperte Tor-Ungefährlichkeit. Doch beim HSV glaubt seit Mittwoch niemand an schlechte Schwingungen.

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