Sport : Ailtons Nachfolger

Werders Valdez fordert nach seinem Siegtor gegen Schalke einen Stammplatz

Frank Hellmann[Bremen]

Der Andrang war kaum zu bewältigen. Als Nelson Valdez, der kleine Stürmer aus Paraguay, kurz nach Mitternacht das Bremer Weserstadion verließ, stellten sich ihm Dutzende Fans in den Weg. Autogramme, Fotos, Glückwünsche. Mit Geduld und strahlendem Gesicht erledigte Valdez, jener „Junge mit Herz“ (Bremens Trainer Thomas Schaaf) diesen Auftritt. „Viel Glück gegen Real Madrid“, rief ihm ein Anhänger zu, „da triffst du auch.“ Valdez lächelte, obwohl er seinen Kurzeinsatz, bei dem er den 1:0-Siegtreffer gegen Schalke 04 erzielt hatte, einen Trauerflor getragen hatte.

Die schwarze Binde trug Valdez „wegen der Explosion in dem Supermarkt in Asuncion“. Bei der Brandkatastrophe in Paraguays Hauptstadt sind 369 Menschen ums Leben gekommen. „Meine Familie lebt zum Glück 300 Kilometer von Asuncion entfernt“, sagte Valdez, um den sich nach dem Schlusspfiff alle Reporter gruppierten.

Nach 73 Minuten war Valdez für Miroslav Klose, der einen Schlag auf den Knöchel bekommen hatte, eingewechselt worden. Klose hatte einen schwachen Auftritt abgeliefert. „Ich war bemüht“, sagte der Nationalspieler. Das war deutlich genug. Kein Torschuss, keine Torgefahr. Und Bremens Trainer Thomas Schaaf gab schon einmal einen Hinweis darauf, dass es keinen Bonus für den teuren Neuzugang gibt. „Angelos Charisteas gibt es bei uns auch noch im Sturm. Wir werden dort sicher viel wechseln.“

Mehr Zeit zum Akklimatisieren erhält der Brasilianer Ailton bei den Schalkern. Das Zusammenspiel mit den neuen Kollegen ist noch mangelhaft, Pässe kommen entweder gar nicht oder zum falschen Zeitpunkt. „Mehr schnell spielen“, forderte Ailton. „Ich bin mit ihm zufrieden“, urteilte Trainer Jupp Heynckes milde, „er braucht noch Zeit.“

Ailton, der über die gesamte Spielzeit nicht so zwingend wie Valdez bei seinem Kurzeinsatz agierte, hatte seinen größten Auftritt beim Einlaufen – als er an seiner alten Wirkungsstätte mit viel Beifall empfangen wurde. Seine Leistung kommentierte er ungewohnt sachlich: „Ailton zwei Chancen – Ailton muss Tor schießen.“ Zum Beispiel hätte er kurz nach dem 1:0 von Valdez treffen müssen.

Der Mann aus Paraguay dagegen fühlte sich nach seinem Treffer stark genug, dass er kurz nach Mitternacht verkündete: „Ich will hier nicht immer nur Joker sein.“

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