Ajax Amsterdam : Das Chaos geht weiter

Der kommissarische Vorstand hat im Zuge der Verpflichtung von Louis van Gaal als Generaldirektor seinen Rücktritt für Montag angekündigt. Die Fans ergreifen Partie für Cruyff.

Der ehemalige Bayern-Trainer Louis van Gaal (l.) soll neuer Generaldirektor von Ajax Amsterdam werden. Doch Johan Cruyff (r.) hat etwas dagegen. Foto: dpa
Der ehemalige Bayern-Trainer Louis van Gaal (l.) soll neuer Generaldirektor von Ajax Amsterdam werden. Doch Johan Cruyff (r.) hat...Foto: dpa

„Mit den anderen Vier werde ich nicht mehr zusammenarbeiten. Ich bin so hintergangen worden. Es sind zu viele Dinge passiert, die mir nicht gefallen haben“, sagte Cruyff nach einer viereinhalbstündigen Krisensitzung. Als Rücktritt wollte er seine Aussagen aber nicht verstanden wissen. Der Klub müsse nun entscheiden, wie es weitergeht.

Der Verein stellt sich derzeit handlungsunfähig dar. Der Vorstand um Präsident Uri Coronel hatte bereits im März dieses Jahres seinen Rücktritt angekündigt, die Arbeit aber kommissarisch fortgesetzt. Nun muss der
Mitgliederrat auf seiner nächsten Sitzung einen Interims-Vorstand berufen. Eine Ende der Führungskrise ist aber frühestens auf der Mitgliederversammlung am 12. Dezember in Sicht.

Ausgelöst worden war das Chaos, als der Aufsichtsratsvorsitzende Steven ten Have zusammen mit seinen drei Kollegen Edgar Davids, Paul Römer und Marjan Olfers hinter dem Rücken von Cruyff mit van Gaal verhandelt und eine Einigung erzielt hatten. Am Sonntag mussten die Aufsichtsräte vor dem Mitgliederrat zum Rapport antreten. Cruyff hatte wie seine Gegenspieler 20 Minuten Zeit, seine Sicht der Dinge zu erläutern. Zu einer Einigung kam es allerdings nicht. „Ich hatte eine Abstimmung erwartet. Dazu kam es aber nicht“, ergänzte „Europas Fußballer des Jahrhunderts“.

So bleibt weiter offen, wie es in Amsterdam weitergeht. Nach dem Bekanntwerden der Van-Gaal-Verpflichtung hatte gar der Ajax-Trainerstab offen mit einem Rücktritt gedroht. Auch die Fans ergriffen am Samstag beim Spiel gegen NAC Breda (2:2) Partei für Cruyff. „Cruyff is Ajax, who the f*** is Ten Have“, war auf einem Spruchband in der Amsterdam-ArenA zu lesen. Außerdem entschieden die Vorsitzenden der Ajax-Fanklubs nach Gesprächen mit beiden Parteien, dass sie Cruyff unterstützen werden.

Darüber hinaus hat Wim Jonk, Leiter der Ajax-Fußballschule „De Toekomst“, Praktikant Edgar Davids freigestellt. Der frühere Mittelfeldstar, der im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußballlehrer bei den Ajax-Youngstern hospitiert hatte, gehört gleichzeitig dem Aufsichtsrat des Traditionsklubs. Davids gilt als Drahtzieher bei der Verpflichtung des früheren Bayern-Trainers van Gaal. (dapd)

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