Sport : Aktion schwarzer Bildschirm

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Frankfurt/Main (dpa). Deutschlands Fußballfans müssen beim Bundesliga-Finale mit einem Bildausfall rechnen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) droht im Kampf um die nächste Ratenzahlung aus dem TV-Vertrag dem insolventen Lizenznehmer KirchMedia, die Übertragung der letzten beiden Spieltage zu untersagen. In einem schon heute auslaufenden Ultimatum fordert die DFL vom Insolvenzverwalter eine Sicherheit für die am 15. Mai fällige Rate von 100 Millionen Euro. „Ich schließe nicht aus, dass am Samstag die Fernseher schwarz bleiben“, sagte DFL-Präsident Werner Hackmann und fügte hinzu: „Entgegen früherer Versicherungen, ist es nun in Frage gestellt, ob wir die vierte Rate bekommen.“ In einer Pressemitteilung der DFL hieß es zudem, dass auch die „Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung seitens der Liga in Betracht gezogen“ werde.

Der Kirch-Media-Boykott würde zunächst die Berichterstattung der Kirch-Sender Sat 1, DSF und Premiere betreffen, dürfte aber auch ZDF und ARD Probleme bereiten. Die Produktion des Sendesignals und die gesamte technische Abwicklung laufen über die zur KirchMedia gehörende Plazamedia. Diese versorgt alle Sender mit Bildern. Ob freie Produktionsfirmen so kurzfristig einspringen können und wollen, ist bei Medienexperten umstritten.

Zwischenzeitlich gab es auch Kontakte der DFL zu Hans-Joachim Ziems, einem der beiden neuen Kirch-Media-Geschäftsführer, und Premiere-Chef Georg Kofler. In Bankenkreisen hieß es: „Es ist völlig unklar, ob die Rate gezahlt wird.“ Der vorläufige Insolvenzverwalter müsse sich an die gesetzlichen Vorgaben halten und entscheiden, in welcher Rangfolge die ausstehenden Zahlungsverpflichtungen befriedigt werden. Ob die Bundesliga dabei Priorität genieße, sei unklar. Premiere-Chef Kofler sagte hingegen: „Ich gehe davon aus, dass Premiere am Samstag aus allen neun Stadien berichten wird.“

Rolf Rüssmann, Manager des VfB Stuttgart, sagte zu der Boykott-Drohung: „Dann bleiben die Bildschirme halt schwarz. Die Deutsche Fußball-Liga braucht verlässliche Aussagen, sonst können wir überhaupt nicht planen. Man muss die Saison absichern. Dazu gehört die Erfüllung der vertraglichen Absprachen.“ Er gehe jedoch davon aus, dass die am 15. Mai fällige Rate in Höhe von 100 Millionen Euro pünktlich gezahlt werde.

   Holger Hieronymus, Manager des Hamburger SV: „Viele Möglichkeiten haben wir ja nicht. Die Vereine sollten sich im Moment zurückhalten und das Lenkrad komplett in die Hände der DFL legen.“

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