Al Oerter : Der sanfte Gigant

Die Diskuswurf-Legende Al Oerter ist tot.

Fort Myers/BostonDie amerikanische Leichtathletik trauert um einen ihrer größten Sportler. Der viermalige Diskus-Olympiasieger Alfred Adolf „Al“ Oerter ist tot. Der 71-Jährige starb in einem Krankenhaus nahe seines Wohnortes Fort Myers/Florida an Herzversagen. „Al war ein sanfter Gigant, größer als das Leben“, sagte Ehefrau Cathy Oerter. „Er hat all das verkörpert, was man mit einem Olympioniken verbindet“, sagte der Präsident des Amerikanischen Olympischen Komitees, Peter Ueberroth. Oerters Auftreten sei immer beispielhaft für die Olympische Bewegung gewesen.

Al Oerter war einer der großen Leichtathletik-Stars der 50er und 60er Jahre. Von 1956 bis 1968 gewann er vier Mal in Folge Olympia-Gold. So erfolgreich war mit Carl Lewis im Weitsprung (1984- 1996) bis heute nur noch ein weiterer Leichtathlet. Als bislang einziger Sportler stellte er bei jedem seiner vier Triumphe Olympische Rekorde auf.

Seine körperlichen Voraussetzungen (1,93 m, 136 kg) waren ideal für den Diskuswurf. Der Einzelkämpfer Oerter, der auf einen Coach ebenso verzichtete wie auf konventionelle Trainingsmethoden, war in den entscheidenden Situationen immer am stärksten. So fuhr er nie als Weltrekordler zu Olympia, düpierte aber der Reihe nach die aktuellen Weltrekordler und kehrte immer mit Gold zurück.

Sein internationaler Durchbruch gelang ihm 1956 in Melbourne, wo er mit 56,36 Metern erstmals Olympiasieger wurde. Nur ein Jahr später wäre er bei einem Auto-Unfall fast ums Leben gekommen. Nach seinem vierten Olympia-Gold beendete Oerter 1968 seine Karriere. Ein Comeback-Versuch 1980 scheiterte. Zum einen wurde der damals 43-Jährige bei den US-Trials nur Vierter, zum anderen boykottierten die USA die Sommerspiele in Moskau. Dennoch warf Oerter in diesem Jahr mit 69,46 Metern seine persönliche Bestweite.

Nach seiner Sport-Karriere widmete Oerter sich der Malerei. Seine Werke sind in einer Dauer- Ausstellung in der „Waterfront-Galerie“ in Fort Myers zu sehen. Seinen letzten großen Auftritt in der Öffentlichkeit hatte Oerter 1996, als er bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele das Olympische Feuer ins Stadion von Atlanta trug. dpa

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