• Alain Prost zum Vertrag von Lewis Hamilton: "Nico Rosberg hat einen Nachteil im Kopf"

Alain Prost zum Vertrag von Lewis Hamilton : "Nico Rosberg hat einen Nachteil im Kopf"

Formel-1-Legende Alain Prost spricht im Tagesspiegel-Interview über den neuen Vertrag von Mercedes für Weltmeister Lewis Hamilton und die Auswirkungen auf dessen Teamkollegen Nico Rosberg.

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Alain Prost, 60, ist vierfacher Formel-1-Weltmeister. Insgesamt feierte der Franzose bei 199 Grand-Prix-Starts 51 Siege. Seit 2012 ist Prost Markenbotschafter für Renault.
Alain Prost, 60, ist vierfacher Formel-1-Weltmeister. Insgesamt feierte der Franzose bei 199 Grand-Prix-Starts 51 Siege. Seit 2012...Foto: AFP

Alain Prost sieht Nico Rosberg durch den neuen Vertrag von Lewis Hamilton bei Mercedes psychologisch in der Defensive. „Natürlich ist das Gehalt auf eine Art auch ein Zeichen“, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister im Interview mit dem „Tagesspiegel“.

Hamilton soll durch seinen neuen Vertrag deutlich mehr verdienen als Rosberg, die Rede ist von bis zu 40 Millionen Euro pro Saison. „Wenn er viel mehr kassiert, dann heißt das, dass das Team ihn höher einschätzt.“  Neben dem technischen sei in der Formel 1 eben auch der menschliche Aspekt sehr wichtig. Prost: „Wenn es eine Bevorzugung auf der menschlichen Seite gibt, kannst du das als Fahrer fühlen.“

Für Rosberg sei auch die gute Beziehung zwischen Hamilton und Niki Lauda, dem Aufsichtsratschef des Rennstalls, ein Nachteil. „Das könnte ein Problem für Nico sein. Er wird keine technischen Nachteile bekommen, aber er hat einen Nachteil im Kopf. Der kann klein sein, aber den Unterschied machen.“

Ein Beispiel ist für Prost die Reaktion des Rennstalls nach dem Zwischenfall der beiden Fahrer beim Rennen in Spa 2014. „Jeder hat da überreagiert, auch das Team. Ich bin sicher, Nico hat die WM da verloren“, sagt Prost. „Psychologisch gesehen war es danach komplett anders für Nico. Du kannst danach nicht mehr genauso unbefangen fahren wie vorher, selbst wenn du dir das einredest.“

Prost rät Rosberg im Teamduell künftig generell zu weniger Offenheit und Emotionen. „Manchmal ist es besser, nicht zu reden“, sagt der 60-Jährige. „Vielleicht muss er auch manchmal etwas kühler werden und ein wenig mehr so sein wie Lewis. Und das ist möglich.“ Rosberg habe zwar gezeigt, dass er Hamilton auf der Strecke schlagen könne. „Er hat aber noch nicht gezeigt, dass er ihn auch abseits der Strecke schlagen kann. Oder dass er ihn auf Dauer, während einer ganzen Saison, in Schach halten kann.“ Momentan sei Hamilton trotz Rosbergs Sieg in Barcelona mental sehr stark. „Und wenn sich nichts ändert, wird er das auch bleiben. Nico muss neue Dinge versuchen, aber er muss dabei auch seinem Charakter treu bleiben. Ich glaube, das Rennen hier in Monaco ist entscheidend dafür, wohin der Weg von Nico in Zukunft führt.“

Das ganze Interview lesen Sie am Freitag im Tagesspiegel.

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