Alba - Bayern 94:74 : Sieg für Alba, Pfiffe für Bayern

Alba Berlin schlägt Bayern München. Die Berliner bieten gegen die Bayern das beste Spiel in der bisherigen Saison. Von den Rängen wird vor allem Ex-Alba-Spieler Heiko Schaffartzik wenig freundlich empfangen.

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David Logan (l.) setzt sich gegen Bayerns John Bryant durch.
David Logan (l.) setzt sich gegen Bayerns John Bryant durch.Foto: Imago

Viele Fans von Alba Berlin johlten und lachten, als Heiko Schaffartzik zu Beginn des zweiten Viertels mit seinem ersten Wurf die gesamte Korbanlage verfehlte. „Airball“ schallte es aus Block 212. Vor einem halben Jahr hätten die Berliner Fans in diesem Fall noch entsetzt aufgestöhnt, doch in dieser Saison trägt Heiko Schaffartzik das Trikot des FC Bayern München, was ihn am Sonntagabend zum am meisten ausgepfiffenen Spieler in der ausverkauften Großarena am Ostbahnhof machte. Noch besser als Schaffartziks Fehlwurf fanden die meisten der 14.500 Zuschauer die beeindruckende Leistung von Alba Berlin. Beim 94:74 (50:36) brachten die Berliner dem Tabellenführer und Meisterschaftsfavoriten die erste Niederlage in der Bundesliga bei.

„Das war eine Frage des Willens“, sagte Albas Sportdirektor Mithat Demirel und lobte auch die Zuschauer: „Immer, wenn wir die Fans brauchen, sind sie da.“ Die Berliner boten gegen die Bayern das beste Spiel in der bisherigen Saison. In der Verteidigung ließen sie die starken Offensivkräfte der Bayern nicht zur Entfaltung kommen. Dabei half den Berlinern, dass der mit 19 Punkten überragende Regisseur der Bayern, Malcolm Delany, sofort nach seiner erneuten Einwechslung im zweiten Viertel sein drittes Foul kassierte und von Trainer Svetislav Pesic wieder auf die Bank gesetzt werden musste.

Weil auch Heiko Schaffartzik anfänglich von den Pfiffen und Anfeindungen – ein Fan hatte sein ehemaliges Alba-Trikot auf ein Kreuz gehängt – beeindruckt schien, setzte Svetislav Pesic zwischenzeitlich auch auf seinen dritten Aufbauspieler Steffen Hamann setzten. Von den vier Berlinern, die vor der Saison zum FC Bayern gewechselt waren, spielten am Sonntag auch noch Nihad Djedovic (14 Punkte) und Yassin Idbihi. Auf Deon Thompson verzichtete Svetislav Pesic, der in der Bundesliga nur sechs seiner sieben Ausländer im Team einsetzen darf.

Doch die aktuellen Berliner Spieler waren aggressiver, was sich vor allem im Reboundduell niederschlug. Gleich 13 Abpraller mehr als die Bayern sicherten sich Albas große Spieler in der ersten Halbzeit. „Wir wollten es mehr“, sagte Albas Jan Jagla. Mit bis zu 16 Punkten lagen die Berliner im ersten Durchgang vorne. Die Bayern hingegen hatten nicht mehr die Frische und Spielfreude, mit der sie am Freitagabend noch in der Europaliga einen nie gefährdeten Erfolg über Malaga feierten.

In der Offensive konnten sich Alba vor allem auf die US-Amerikaner David Logan (12 Punkte), Reggie Redding (17 Punkte), Clifford Hammonds (20 Punkte) und den Flügelspieler Vojdan Stojanovski (21 Punkte) verlassen. Logan trug das Berliner Spiel zu Beginn des Spiels, Stojanovski beeindruckte nicht nur mit einem Korbleger, der mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit in den Korb fiel, sondern auch mit Dreiern in den Schlussminuten.

Im dritten Viertel schlugen die Minuten des Centerspielers Uros Slokar. Der nur für 13 Spiele verpflichtete Slowene kam nach dem dritten Foul von Jonas Wohlfahrt-Bottermann ins Spiel und setzte sich erstmals auch in der Offensive in Szene. Mit sechs Punkte, darunter einem schönen Halbdistanzwurf, trug er dazu bei, dass der Berliner Vorsprung von mehr als zehn Punkten vor dem letzten Viertel bestehen blieb.

Darin war den Berliner Spielern, der unbedingte Wille anzumerken, das Spiel nicht mehr aus der Hand geben zu wollen. Als Clifford Hammonds mit einem Dreipunktewurf den Vorsprung auf 19 Punkte erhöhte, mussten die Bayern die nächste Auszeit nehmen. Beeindruckend, wie die Berliner die Bayern auch in den letzten Minuten nicht mehr herankommen ließen und einen überraschend ungefährdeten Sieg über den FC Bayern mit seinen vier Ex-Berlinern feierten. „Wir haben der Liga gezeigt, dass man die Bayern schlagen kann“, sagte Berlins Power Forward Jan Jagla.

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