Alba Berlin : Alba muss nachsitzen

Paderborn besiegt die Berliner mit 85:80 und erzwingt ein fünftes und entscheidendes Play-off-Spiel. Sollte Alba auch am Donnerstag verlieren, wäre der Traum von der Titelverteidigung geplatzt.

Jochem Schulze[Paderborn]
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Paderborn im Nacken. Der überragende Nathan Peavy (links) bedrängt den Berliner Julius Jenkins.Foto: Nordphoto

Noch am Sonntag hatte Doug Spradley etwas vermisst. Vor dem dritten Play-off-Spiel bei Alba Berlin hatte der Trainer der Paderborn Baskets schon in der Kabine bemerkt, dass seinen Spieler etwas fehlte: Aggressivität, Biss, Selbstbewusstsein. Spradley hatte mit seiner Intuition richtig gelegen, sein Team war bei Albas 76:66-Sieg phasenweise deutlich unterlegen. Beim gestrigen vierten Spiel der „Best of 5“-Serie dürfte Spradley rein gar nichts an der Einstellung seiner Spieler vermisst haben: Die Paderborner gewannen mit 85:80 (44:39) und erzwangen damit ein fünftes und entscheidendes Spiel um den Einzug ins Halbfinale. Sollten die Berliner am Donnerstag (20 Uhr, Arena am Ostbahnhof) verlieren, wären sie ausgeschieden und der Traum von der Titelverteidigung geplatzt.

Gestern startete Alba mit fünf schnellen Punkten – dann spielten minutenlang nur noch die Gastgeber. Angefeuert von 3084 Zuschauern in der ausverkauften Maspernhalle zwang Paderborn die zu Beginn unkonzentrierten Berlinern zu zehn Ballverlusten im ersten Viertel. In knapp fünf Minuten, in denen Alba ohne Punkte blieb, machten die Gastgeber aus dem 0:5 ein 16:5. Paderborns Nathan Peavy ließ seinen Gegenspieler Ansu Sesay dabei einige Male schlecht aussehen, erzielte im ersten Viertel 13 Zähler und damit mehr Punkte als alle Berliner zusammen. Am Ende war Peavy mit 21 Punkten bester Werfer des Spiels, ohne einmal vorbeigeworfen zu haben. Beim Stand von 26:10 gingen die Teams unter tosendem Jubel der Zuschauer in die erste Pause.

Auch im zweiten Abschnitt startete Paderborn stark, nach einer Minute war die Führung beim Stand von 32:12 sogar auf 20 Punkte gewachsen. Erst die Einwechslung von Aleksandar Nadjfeji half Alba, endlich besser ins Spiel zu finden. Jetzt war es der Serbe, der die Partie bestimmte und in Serie punktete. Alba kämpfte sich heran, kurz vor der Pause trafen auch Julius Jenkins und Casey Jacobsen gegen Paderborns Zonenverteidigung aus der Distanz, zur Halbzeit war der Rückstand auf fünf Punkte geschmolzen.

Fünf Minuten später schien das Spiel sogar gedreht: Nach einem Dreipunktewurf von Immanuel McElroy zum 51:53 lag Alba nur noch zwei Punkte zurück. Beim nächsten Angriff der Paderborner ließ sich Ansu Sesay aber zu einer Dummheit hinreißen: Der Berliner verpasste Paderborns Center Chris Ensminger einen Schlag mit dem Ellbogen, den die Schiedsrichter mit einem Unsportlichen Foul bestraften. Das brachte die Paderborner Zuschauer nur noch mehr zum Toben, die Berliner verloren ihren mühsam erarbeiteten Rhythmus wieder. Wenig später war der Rückstand wieder angewachsen, Paderborn ging mit einem Vorsprung von zehn Punkten ins Schlussviertel.

Auch dort gelang es den Gastgebern lange, den Vorsprung zu verteidigen. Erst eine Minute vor der Schlusssirene half McElroy Alba mit zwei Ballgewinnen, noch einmal auf zwei Punkte heranzukommen. Doch im Gegenzug entschied Steven Wright mit einem Dreipunktewurf zum 81:76 das Spiel. Mehrere taktische Fouls brachten den Berlinern nichts ein, weil die Paderborner an der Freiwurflinie die Nerven behielten.

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