Alba Berlin : Alex Renfroe: Geisterspiel in Istanbul?

Alba Berlin tritt beim Euroleague-Spiel bei Galatasaray Istanbul vor leeren Zuschauerrängen an - zur Überraschung von Alex Renfroe.

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Alex Renfroe: "Ich bin ein einfacher Kerl, ich brauche keine Millionen Informationen." Foto: dpa
Alex Renfroe: "Ich bin ein einfacher Kerl, ich brauche keine Millionen Informationen."Foto: dpa

Es gibt kompliziertere Menschen als den US-Amerikaner Alex Renfroe. Die Entscheidung, ob er seinen Ende Januar auslaufenden Vertrag bei den Basketballern von Alba Berlin verlängert oder woandershin geht, überlässt er völlig seinem Agenten. „Ich bin ein einfacher Kerl, ich brauche keine Millionen Informationen“, sagt er am Montagmorgen in der Trainingshalle von Alba Berlin. Es überrascht kaum, dass er auch nicht weiß, dass er am Donnerstag im Euroleague-Spiel bei Galatasaray Istanbul (19 Uhr, live bei Sport1) in einer leeren Halle spielen wird. Reggie Redding, der neben ihm sitzt, wirkt angesichts dieser Naivität fast ein bisschen genervt und sagt: „Alex muss mal anfangen aufzupassen.“

Immerhin hat der Aufbauspieler eine Ahnung, warum bei Galatasaray keine Zuschauer zugelassen sind. „Hat es mit dem Toten zu tun?“, fragt er. Es hat. Im November war vor dem Euroleague-Spiel von Roter Stern Belgrad bei Galatasaray Istanbul ein serbischer Fan erstochen worden. Die Euroleague verurteilte daraufhin Galatasaray, drei Heimspiele ohne Zuschauer austragen zu müssen, die Partie gegen Alba ist die letzte. „Es wird vielleicht etwas besser für uns sein, weil sie nicht die Unterstützung der Fans haben“, sagt Redding. Groß ist der Vorteil nicht, die ersten zwei Spiele ohne Zuschauer hat Galatasaray mit dem Ex-NBA-Spieler Carlos Arroyo gewonnen. „Ein Klub mit großen europäischen Namen“, sagt Alba-Trainer Sasa Obradovic, „das Spiel ist wichtig, um unsere Träume zu verlängern, aber es wäre auch kein Desaster, wenn wir verlieren.“

Zumal Galatasaray vor einer Woche gezeigt hat, dass der Klub schwierigere Situationen bewältigen kann. Vor 18 000 Zuschauern kam es in Belgrad zu einem wegen des Todesfalls brisanten Spiel zwischen Roter Stern und Galatasaray. Zahlreiche Polizeikräfte sicherten die Partie, es flogen Schweineteile aufs Spielfeld, doch trotz dieser feindseligen Atmosphäre gewann Galatasaray. „Das zeigt nur, wie erfahren diese Mannschaft ist“, sagt Sasa Obradovic.

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