Sport : Alba Berlin: Alle reden von Panathinaikos

Benedikt Voigt

Für einen Menschen, der 2,10 Meter misst und 120 Kilogramm wiegt, hat Dejan Koturovic durchaus den richtigen Beruf ergriffen: Basketballspieler bei Alba Berlin. Hört man allerdings Trainer Emir Mutapcics neue Taktik, lässt sich der Eindruck nicht vermeiden, dass er seinen Längsten zum Leichtathleten umschulen möchte. "Zeljko Rebraca muss mit Dejan laufen", fordert der Trainer. Soll heißen: Koturovic soll in der Athener Olympiahalle so schnell und viel über das Spielfeld laufen, dass sein jugoslawischer Gegenspieler Rebraca durch das Hinterherlaufen ermüdet.

Bei Alba Berlin sind derartige Gedankenspiele zurzeit oft zu hören. Die bevorstehende Viertelfinalserie (Best-of-Three) in der Suproleague gegen Panathinaikos Athen ist das dominierende Thema. Zuvor allerdings müssen die Berliner am Karfreitag (19.30 Uhr) in Spergau vor ausverkaufter Halle gegen den Mitteldeutschen Basketballclub (MBC) in der Bundesliga auflaufen. Mit einem Sieg würden die Berliner einen neuen Ligarekord von 25 Spielen ohne Niederlage aufstellen. Doch das interessiert nur am Rande. "Das Spiel ist die beste Vorbereitung für Panathinaikos", findet Mutapcic, dessen Team ohne Verletzungssorgen ins Spiel geht.

Panathinaikos also. Am kommenden Dienstag (20 Uhr) tritt Alba zum ersten Viertelfinalspiel gegen den Titelverteidiger und Favoriten auf den Suproleague-Titel an. Seit elf Spielen ist das Team des ehemaligen jugoslawischen Nationaltrainers Zeljko Obradovic ungeschlagen. Die letzte Niederlage kassierte Athen am 1. März - bei Alba Berlin (71:79). Zuletzt siegte die europäische Star-Auswahl bei Iraklis Saloniki leicht mit 88:66. Alba hingegen hatte bei seinem Achtelfinalspiel in Saloniki (86:75) nur nach hartem Kampf gewonnen. Trainer Mutapcic relativiert jedoch den hohen Athener Erfolg. "Iraklis hat nur 60 oder 70 Prozent gespielt." Er jedenfalls wolle schon Spiel eins bei Panathinaikos gewinnen.

Dann hätte der Deutsche Meister am 19. April in der Max-Schmeling-Halle (20.30 Uhr) die Chance, sich mit einem Sieg bereits für das Final Four in Paris zu qualifizieren. 4000 Karten hat Alba für das Panathinaikos-Spiel bereits verkauft. Mit dem Fernsehen, unter anderem mit der Kirch-Gruppe, laufen Verhandlungen, das Heimspiel live zu übertragen. Es wären die ersten Bilder aus der Suproleague in Deutschland. Was auch zeigt, wie wichtig dieses Viertelfinale ist. Und warum alle nur von Panathinaikos reden.

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