Sport : Alba Berlin: Alles nicht so schlimm

Benedikt Voigt

Natürlich wollten sie ihre Serie ausbauen. Natürlich wollten sie einen neuen Bundesligarekord von 25 Siegen ohne Niederlage aufstellen. Und natürlich wollten sie noch ein Erfolgserlebnis vor dem Viertelfinale in der Suproleague genießen. Doch Alba Berlin verlor erstmals in dieser Saison beim Mitteldeutschen BC mit 78:90. Und jetzt?

Alles nicht so schlimm. "Jede Serie reißt irgendwann einmal", sagte Manager Carsten Kerner, "aber das ist keine Tragödie, wir tragen keine bleibenden Schäden davon." Den eigenen Rekord von 24 Spielen ohne Niederlage aus der Saison 1996/97 hatte Alba schon beim knappen Erfolg gegen Hagen eingestellt, und Platz eins in der Bundesliga ist dem Deutschen Meister schon seit geraumer Zeit sicher. Die Spannung in der Bundesliga vor dem letzten Spiel am 28. April gegen Braunschweig besteht für die Berliner allein in der Frage, wer im Play-off der erste Gegner ist. Die Opel Skyliners, Braunschweig oder der Mitteldeutsche BC kommen noch in Frage.

"Das Spiel lief am Anfang in die falsche Richtung", bemängelte Kerner, "wir haben schlecht verteidigt." Mit 15 Punkten lag Berlin nach 20 Minuten zurück. Normalerweise ist die aggressive Verteidigung das Prunkstück der Berliner. Aber Verteidigung ist Einstellungssache, und darin liegt wohl der Grund für die Niederlage. Die Berliner hatten schon wichtigeres im Kopf: Die Viertelfinalserie in der Suproleague gegen Panathinaikos Athen. "Dieser Schluss liegt natürlich nahe", sagt Carsten Kerner. "Die Spieler haben aber gesagt, dass das nicht der Fall war." In der zweiten Halbzeit hatte sich Alba noch einmal bis auf fünf Punkte herangekämpft. "Aber der MBC hat mit heißem Herzen gespielt", sagt Henrik Rödl, weshalb 3000 Zuschauer in der ausverkauften Halle zu Recht jubeln durften.

In Berlin bereitet man sich inzwischen auf die Serie gegen Panathinaikos vor, die nach dem Best-of-three-Modus ausgetragen wird. Damit die Alba-Fans das Spiel am Dienstag mitverfolgen können, organisiert Radio "Fritz" ab 19 Uhr eine Live-Übertragung aus der Athener Olympiahalle in die Berliner Columbia-Halle. Das Rückspiel am kommenden Donnerstag in Berlin (20.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) überträgt das Deutsche Sportfernsehen (DSF) live. Es sind die ersten Bilder aus der Suproleague in Deutschland und zeigt die Bedeutung dieses Viertelfinales. Dementsprechend begann für die Spieler von Trainer Emir Mutapcic gestern die Konzentrationsphase. Mit einem freien Tag.

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