Sport : Alba Berlin: Auswärts nur Mittelmaß

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Berlin - Es gibt natürlich Erklärungen, warum Alba Berlin von den vergangenen elf Auswärtsspielen in der Basketball-Bundesliga zehn verloren hat. Eine lautete lange Zeit: Die vielen Euroleaguespiele sind Schuld mit langen Reisen und kurzer Regenerationszeit. Warum aber verloren die Spieler vom Pokalsieger Alba Berlin dann auch am Dienstag ausgeruht beim Tabellendrittletzten Braunschweig 80:84 nach Verlängerung?

„Das ist ja das Ärgerliche“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Die Berliner Spieler hatten nicht den gleichen Siegeswillen ins Spiel gebracht wie die stark abstiegsgefährdeten Braunschweiger. In Marco Baldi reifte daher nicht zum ersten Mal die Erkenntnis: „Wenn wir nur ein Prozent weniger als das Maximum bringen, sind wir nur ein Mittelklasseteam.“

Das spiegelt auch die Tabelle wider. Die fünftplatzierten Berliner können sich in den verbleibenden fünf Spielen nicht mehr aus eigener Kraft auf Rang vier verbessern, der den sportlich und wirtschaftlich wichtigen Heimvorteil beschert. Alba will trotzdem alle verbleibenden Spiele gewinnen, denn in dieser Saison scheint vieles möglich. „Es wäre peinlich, wenn die Viertplatzierten Bayern noch ein Spiel verlieren würden, und wir es trotzdem nicht hinbekommen“, sagt Baldi, „außerdem sind wir noch nicht für die Play-offs qualifiziert.“ Fünf Mannschaften sitzen Alba im Nacken. Baldi warnt auch vor dem Heimspiel am Samstag gegen den abstiegsgefährdeten Mitteldeutschen BC: „Außer für Gießen geht es für jede Mannschaft um viel, alle Spiele werden eine Intensität vom Allerfeinsten haben.“

Deshalb wird sich Alba Ausfälle wie jenen von Yassin Idbihi gegen Braunschweig (sieben Spielminuten, null Punkte, vier Fouls) kaum leisten können. Der Centerspieler pokert mit Alba um einen neuen Vertrag, einen Zweijahresvertrag zu erhöhten Bezügen soll er abgelehnt haben. Erst verhandelte er selber, dann benötigte er zwei unterschiedliche Berater. Nun setzt Alba die Gespräche mit dem deutschen Nationalspieler bis auf Weiteres aus. Baldi sagt: „Wir haben jetzt Wichtigeres vor.“ Benedikt Voigt

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