Alba Berlin : Berliner Gemütlichkeit überzeugt

Alba Berlin siegt in Tübingen 80:77.

Hansjörg Lösel

Tübingen - Am Sonntagvormittag vergnügten sich die Alba-Profis auf einem Spaziergang in der historischen Tübinger Altstadt zwischen Hölderlin-Turm und Neckarbrücke. Einige Stunden später und ein paar Kilometer weiter Neckar-aufwärts dauerte es dann allerdings lange, bis die Berliner Basketballer diese Gemütlichkeit ablegten. Vor 3000 Zuschauern in der Paul-Horn-Halle führten die Tigers Tübingen sogar im vierten Viertel noch, ehe die lange Zeit unkonzentrierten Berliner sich doch noch mit 80:77(34:39) durchsetzten.

„Am Ende hatten wir die besseren Nerven, und deshalb haben wir verdient gewonnen“, sagte Trainer Luka Pavicevic. Zum Matchwinner avancierte gestern einer, der sich lange Zeit versteckt hatte: Ansu Sesay blieb drei Viertel lang ohne einen erfolgreichen Wurf, wurde dann aber mit wichtigen Dreiern, zwölf Rebounds, einem Block und insgesamt zehn Punkten zum entscheidenden Mann auf dem Feld. „Wir haben uns alle zum Ende hin gesteigert und mehr Energie gezeigt“, sagte Sesay, der in der Verteidigung zunächst große Probleme hatte gegen Tübingens erfolgreichsten Spieler, Michael Haynes (23 Punkte). Da Berlin zudem von der Freiwurflinie Probleme und auch der sonst so zuverlässige Julius Jenkins allein im ersten Durchgang vier Ballverluste hatte, kamen die Tübinger immer besser ins Spiel. Haynes versenkte den Ball kurz vor Ende des ersten Viertels gleich zwei Mal hintereinander im Korb der Berliner.

Allerdings führte Tübingen nie mit mehr als acht Punkten. Zu Beginn des letzten Viertels lag Tübingen mit 62:54 vorn, und es sah so aus, als würde Alba dieses Spiel wirklich verlieren. Doch dann wachte Sesay so richtig auf. Er hatte auch nach dem Spiel noch die Ruhe weg: „Ihr werden sehen, wir sind bereit für die Play-offs.“ Hansjörg Lösel

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