Alba Berlin : Chaos vom Feinsten

Die Basketballer von Alba Berlin empfangen am Mittwoch Göttingen zum Spitzenspiel und warnen vor den Eigenarten des Gegners.

Lars Spannagel
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Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die beste Nachricht des Wochenendes für Alba Berlin kam aus Oldenburg. Dort brachten die Artland Dragons dem Tabellenführer mit 86:76 die sechste Saisonniederlage bei. Dadurch hat der deutsche Basketballmeister wieder die Chance, den ersten Platz in der Bundesliga vor den Play-offs aus eigener Kraft zu erreichen. Dafür ist jedoch zunächst ein Sieg im Spitzenspiel am Mittwoch Pflicht, wenn die BG Göttingen um 20.15 Uhr in der Arena am Ostbahnhof zu Gast ist.

Albas Manager Marco Baldi hat sich „nicht übermäßig“ über die Niederlage der Konkurrenz gefreut, „wir dürfen jetzt nicht auf Oldenburg oder irgendjemand anders schauen“. Die Überraschungsmannschaft aus Göttingen, die hinter Alba punktgleich auf Platz drei liegt, dürfte es den Berlinern auch bei voller Konzentration schwer genug machen.

Baldi nennt den Basketball der Mannschaft von John Patrick „sehr speziell und sehr gewöhnungsbedürftig“. Die Göttinger werden heute ein Chaos aufs Parkett zaubern, wie es in dieser Saison vielleicht gerade der Tempobasketball von Joventut Badalona erreicht hat. Die unterdurchschnittlich großen Göttinger Spieler terrorisieren ihre Gegner mit aggressiver Verteidigung über das ganze Feld, mit der sie Ballverluste provozieren und auch Alba aus dem Rhythmus bringen wollen.

„Das wird ein vorweggenommenes Play-off-Spiel“, sagt Baldi. „Wir müssen unsere Balance halten und dürfen nicht unruhig werden.“ Beim 74:66-Hinspielsieg gelang das den Berlinern relativ gut, Alba widerstand dem Göttinger Wirbel und konnte seine Vorteile auf den großen Positionen und im Rebound ausspielen. Die meisten anderen Teams hingegen sind an John Patricks Strategie verzweifelt. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg gaben die Göttinger eigentlich nur das Ziel aus, mit dem Abstieg nichts zu tun haben zu wollen. „Es war nicht zu erwarten, dass sie so spät in der Saison noch so weit oben stehen“, sagt Baldi. „Aber ihr Konzept geht wirklich auf.“ Wirklich vorbereiten könne man sich auf Göttingens Taktik nicht, viel Zeit habe man dafür ohnehin nicht: „Wir müssen unsere Vorbereitung auf die Play-offs durchziehen.“

Die ordnende Hand von Aufbauspieler Rashad Wright wird Alba heute genauso fehlen wie die körperliche Präsenz von Center Patrick Femerling. Nach ihren Verletzungen trainieren die beiden noch immer nicht wieder mit dem Team. Baldi hofft aber, dass sie in den Play-offs zurückkehren. Wright womöglich sogar früher – zum Beispiel, wenn am letzten Spieltag am 9. Mai Oldenburg zur möglichen Entscheidung um den ersten Platz und damit der besten Play-off-Ausgangsposition nach Berlin kommt.

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